DC Comics The New 52! Justice Legue #1

2 Sep

Autor: Geoff Johns

Zeichner: Jim Lee (Scott Williams – Tusche)

Farben: Alex Sinclair

Verlag: DC

Preis: $ 3.99

Rating: T

Erschienen: September 2011

Empfehlung: Teil 1 der Entstehungsgeschichte der Justice League – netter Comic, aber nicht herausragend

Handlung: Etwas stimmt nicht in Gotham City. Etwas mit außerirdischer Herkunft. So macht sich Hal Jordan, Green Lantern in unserem „Space Sector“ auf in die große Stadt, um dem Problem auf den Grund zu gehen. Gerade erst angekommen, hat er seinen ersten Zusammenstoß mit dem sagenumwobenen Batman – und einem ziemlich wandlungsfähigem Gegner, der wirklich nicht von dieser Welt ist. Vielleicht noch nicht mal von diesem Universum. Mehr schlecht als recht, raufen sich die beiden Männer zusammen, um herauszubekommen was ihr Gegner geplant hat.

Meinung: Da ist sie also, die erste Geschichte aus dem neuen DC Universum. Nach all dem Hype, den Lobeshymnen auf Geoff Johns und Jim Lee und den ersten durchaus guten Kritiken hätte ich doch erwartet, dass mir der Comic besser gefallen würde. Aber so richtig will der Funke nicht überspringen.  Was bedauerlich ist, denn die Geschichte hat durchaus eine große Bedeutung für den  DC-Neustart. Justice League #1 soll zugleich ins neue DC-Universum einführen und dessen neuer Dreh- und Angelpunkt sein. Hier fangen die Probleme dann auch an. Die Geschichte an sich ist nett – zwei Helden raufen sich zusammen, um das große Böse zu bekämpfen und werden im laufe der Zeit noch mehr Helden um sich scharren – aber dafür hätte man kein neues Universum gebraucht. Überhaupt hat man beim Lesen oft das Gefühl, noch die Nachwehen des alten Universums zu spüren. Als Leser bekommt man viele kleine Seitenhiebe auf Bekanntes geboten – aber wirkt das wirklich auf die neuen Leser, die dieser Reboot ja vor allem bringen sollte? Für diese könnte die Handlung tatsächlich etwas zu langsam in die Gänge kommen (auch wenn es Stellen gibt, in denen die Informationen nur so auf den Leser einprasseln). Die Idee, mit der Entstehungsgeschichte der Justice League anzufangen klingt auf dem Papier gut – aber wenn man nicht weiß, wer all die Leute auf dem Cover sind oder was sie sich (und dem Leser) bedeuten, bekommt man in diesem ersten Heft etwas wenig geboten. Dabei hätten ein, zwei Panel auf der ersten Seite – z.B. wie die Justice League geehrt und offiziell als Helden anerkannt werden, bevor man auf die „5 Jahre zuvor“ springt – schon gereicht, um auch für DC Neulinge zu etablieren, was entstehen soll und die Frage aufzuwerfen, wie die Helden dort hinkommen. Ein Ausblick auf die Schlacht mit – Achtung Spoiler! – Darkside wäre auch nicht schlecht gewesen, um zu zeigen, wie gefährlich dieser Gegner wirklich ist.

Der Comic verschenkt viel Potential, wirft dafür aber ein paar Fragen auf: wenn alle Helden mehr oder minder von einander wissen, warum haben sie nie versucht, miteinander zu reden? Gab es denn früher nie eine Situation, in der man mal Hilfe brauchte? Und selbst wenn man nie mit seinen Superheldenkollegen gesprochen hat – ist das ein Grund, sofort (handgreiflichen) Streit anzufangen? Im Moment scheint das Motto der Helden zu sein „erst mal draufhauen, später können wir schauen, ob wir uns helfen können“. Da muss man sich nicht wundern, wenn die Menschheit in diesem Universum im Moment alles andere, als von ihren „Helden“ begeistert ist. Zum Schluss die scheinbar wichtigste Frage: wird Hal Jorden Clark Kent als Bruce Waynes bestem Freund verdrängen? Im Moment scheint das spannender, als die Frage wer Darkside ist, was er will und wie man ihn besiegen kann. Leider. Denn der Comic verbringt seine Zeit vor allem damit, die beiden Männer gegeneinander antreten zu lassen (um festzustellen, wer der größte Hecht im Karpfenteich ist). Von einer wirklichen Bedrohung ist nur zu merken, dass mal wieder ein Irrer in Gotham durch die Straßen zieht.

Die Zeichnungen von Jim Lee sind gut, sie zeigen, was man erwartet und gewohnt ist. Die Geschichte wird in dynamischen Bildern schnell und vor allem bunt erzählt. Popcorn-Kino auf dem Papier. Keine Glanzleistung und noch lange nicht so beeindruckend wie „Hush“, aber zugänglich, hübsch anzusehen und leicht nachzuvollziehen.

Justice League #1 ist ein netter, bunter Einstand – aber auch nicht mehr. Wer aber trotzdem den Anfang der neuen Justice League nicht verpassen will, sollte sich beeilen. Beim Comichändler meines Vertrauens sind die Comics schon fast ausverkauft. Als Trost könnte am Ende nur noch die 2. Auflage bleiben.

9 Antworten zu “DC Comics The New 52! Justice Legue #1”

  1. Lanthi 2. September 2011 um 10:32 #

    So werden halt Comics seit den Neunziger gemacht. Die Storys werden auf mehrere Hefte aufgeteilt und deshalb gibt es Infos und Handlungsfortschritte nur Häppchenweise. Dagegen ist der Start klassisch: Erst sich gegenseitig rumprügeln und dann gegen den Gegner vorgehen. Ich denke man muss wirklich erst abwarten wie sich die Serie entwickelt. Da erwarte ich mir von den einzelnen Serien der Figuren mehr!

    • eincomicleben 2. September 2011 um 12:49 #

      Ich denke auch, dass die Serien zu den einzelnen Charaktern „besser“ sein könnten (jedenfalls für mich), hatte mich halt nur gewundert, dass Justice League #1 mich so gar nicht richtig ansprechen wollte. Ich hatte eher das Gegenteil erwartet und nicht, dass sich hier meine Skepsis eher bestätigt.
      Und ob der Start so klassisch ist? Ja, es mochten sich nicht alle Helden von Anfang an, Batman und Superman haben sich ja zunächst auch kritisch beäugt – aber im wahrsten Sinne des Wortes auf einander einschlagen? Da hätte ich dann doch gerne eine bessere Erklärung als „Testoteron“ gehabt 😉

  2. Marco 2. September 2011 um 12:58 #

    Oha, da gehen unsere Meinungen ja doch gut auseinander *g*

    Aber dass sich so eine Geschichte natürlich in Heften langsamer entwickelt, ist ja klar. Das find ich schon okay. Und die Informationprasselei, welche Stelle meinst du da gleich? Das mit dem Ring?

    Aber Hal Jordan und Batman konnten sich übrigens auch nie leiden… also alles beim alten, alles gut *g*

    • eincomicleben 2. September 2011 um 13:03 #

      Na wer weiß, im „New 52“ werden Hal und Bruce vielleicht die besten Freunde? Sie haben ja jetzt schon eine schöne Hassliebe ;-P
      Als sie auf den Dächern die Cyborg verfolgt haben gab es einen Moment wo ich dachte „halt mal, was jetzt…“, aber für neue Leser kann auch das mit dem Ring (die Guardiens kennen ALLES – bis auf Darkside und die tatsache, dass Batman nen Kerl in einem Fledermauskostüm ist ;-P) etwas viel werden.
      Ich hab schon gesehen, dass du den ersten Teil besser aufgenommen hast. Hatte ich bei mir ja auch erwartet, aber der Funke wollte nicht überspringen…. aber schön bunt war’s schon *g*

      • Marco 2. September 2011 um 13:05 #

        Oha ja, bunt wars wirklich *g*
        Aber warte mal ab, das wird schon noch gut… wenn du nicht ganz abgeschreckt wurdest, ist das da ja auch schonmal ganz gut 🙂

      • eincomicleben 2. September 2011 um 13:07 #

        Ich werde Justice League jetzt nicht weiterlesen (ich hab genug Comics auf meiner Liste), aber vielleicht hole ich mir den Sammelband, wenn er kommt. Wahrscheinlich gefällt mir die Geschichte dann auch besser, wenn ich sie in einem Rutsch lesen kann.

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