DC Comics The New 52! Batgirl #3

22 Nov

Es gibt Comics, die sind einfach nur schlecht geschrieben und man lässt das mit der Lektüre ganz schnell. Es gibt Comics, die sind  eigentlich gut geschrieben und trotzdem will der Funke nicht überspringen – und dann steht man unentschlossen da und fragt sich, soll ich das weiterlesen?

Bei Batgirl hat dieses Gefühl mehrere Gründe. Einmal scheint ein starker Plot nicht so ganz Gail Simones Stärke zu sein. Schon ihr letzter Auftritt bei den „Birds of Prey“ litt darunter und auch bei Batgirl fiebert man nicht wirklich mit. Der Fall um Mirror soll schockieren, lässt aber seltsam kalt. Batgirl reibt sich auf und als Leser steht man unbeteiligt daneben. Verlust, Schock oder Triumph? Nichts davon überträgt sich auf den Leser.

Besser wirkt da der Moment, als Barbara tatsächlich glaubt, sie könne ein Unglück verhindern. Allerdings vor allem, weil man hier das Gefühl hat, das alte Batgirl Stephanie Brown vor sich zu haben, die Barbara Gordon gar nicht so unähnlich war. Es ist diese Ähnlichkeit, die bei mir aber auch das Gefühl geweckt hat, den Comic sofort fallen zu lassen und nie mehr anzurühren. Denn im Gegensatz zu Stephanie kommt einem das hier wie eine billige Kopie vor. Wo Bryan Q. Millers Geschichten Humor und Herz hatte, haben wir hier Grausamkeit und DC typische Schockeffekte.

Dazu kommen Kleinigkeiten wie ein neuer Freund, der schon nach einem Comic wieder abgeschoben wird (wozu schreibt man ihn dann erst in die Handlung?) und eine Chronologie… fangen wir besser nicht damit an.

Ja, Gail Simone kennt sich mit Barbara Gordon aus, sie versteht sie und kann ihr Innenleben gut wiedergeben. Nur ist Barbara gebrochen, innerlich leer und ständig dabei alles und jeden in Zweifel zu ziehen und wegzuschieben. Kurz: Barbara ist nicht gerade ein Mensch, mit dem man gerne viel Zeit verbringen will. Davon hat DC zwar viele im Moment – aber um Leser dauerhaft zu halten braucht es entweder einen guten, fesselnden Charakter oder eine gute Handlung.

Wenn dieser Handlungsbogen nicht bald besser wird, wird Batgirl zu den Serien gehören, die ich nicht mehr lese.

Eine Antwort to “DC Comics The New 52! Batgirl #3”

Trackbacks/Pingbacks

  1. Kurzreview: Batgirl #4-#6 « Ein Comic Leben - 14. Februar 2012

    […] ist die Geschichte einer Trennung. Dass es mit mir und Batgirl nicht richtig funktioniert, wurde schnell deutlich. Zu gut war die Vorgängerserie von Bryan Q. Miller mit Stephanie Brown in […]

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