Jimmy Palmiotti & Justin Gray present: The Tattered Man – Review & Gewinnspiel

30 Nov

Es gibt Konzepte, um die macht man gerne einen großen Bogen. Holocaust und Horror (und zwar eher die Splatter-Variante) scheint eindeutig dazu zu gehören – und dann auch noch in einem Comic. Scheint ja all die schlimmsten Vorurteile zu bestätigen, die es gibt. Doch so schnell sollte man „The Tattered Man“ von Jimmy Palmiotti und Justin Gray (Jonah Hex, Power Girl, All Star Western, Trailblazer) nicht in die Trash Ecke stellen. Denn im Grunde ist es eine moderne Geistergeschichte – oder eine Abwandlung des Golem-Motivs.

Worum geht es? 

An Halloween wird ein alter Mann in seinem Haus von drei Jugendlichen überfallen, die Geld für ihren nächsten Schuss Drogen brauchen. Dass der arme Mann nichts Wertvolles im Haus hat, macht die Situation nicht leichter. Als die junge Frau im Bunde eine Kiste mit ein paar Lumpen öffnet, erzählt der Alte seine Geschichte.

Hier unterbricht sich die Rahmenhandlung. In einer Rückblenden erzählt Isen (so der Names des alten Mannes) von seiner Zeit im Konzentrationslager und davon, dass so viel Leid und Hass manchmal schreckliche, übernatürliche Dinge wecken kann.

In der Gegenwart eskaliert die Situation und das Böse kehrt aus den Lumpen wieder zurück.

Im Grunde ist „The Tattered Man“ ein Prolog, der Beginn einer Handlung, die noch weitergehen könnte (im Nachtrag geben die Autoren auch zu, dass sie noch unzählige Geschichten mit den Figuren erzählen könnten – aber dazu müsste das Interesse da sein). Die Rückblende in den Holocuast nimmt zwar fast de Hälfte des Comics ein, aber sie dient hier vor allem als Erklärung. Es ist kein „Holocaust-Splatter“, weil man einfach mal etwas besonders harte Gewalt zeigen wollte.

War die Holocaust-Episode wirklich notwendig?

Ja, man hätte vielleicht auch auf einen anderen Ort und eine andere Zeit ausweichen können, wie den Killing Fields. Ob das besser gewesen wäre? Es geht schließlich darum, dass so viel Leid und Grausamkeit irgendwann etwas Böses schaffen können. In vielen Geschichten sind das Geister oder verfluchte Orte – hier ist es ein Rachedämon. Da schwingt sicher auch zu einem guten Stück der Wunsch mit, die Opfer hätten sich irgendwie wehren können – und sei es nach dem Tode.

Dass die historische Darstellung nicht ganz korrekt ist, sollte man verkraften. Immerhin war der Erzähler zur Zeit des Geschehens ein kleines Kind und zur Zeit der Erzählung ein alter Mann – da hätte die Rückblende durchaus noch etwas mehr an einen (Alp)Traum erinnern können.

Es ist aber besonders das Ende in der Gegenwart, dass zu beeindrucken weiß. Hier zeigen die beiden Autoren, dass sie nicht nur einen platten Horror-Comic verfassen wollten, sondern es ihnen neben der Rache auch um Themen wie Verlust, Sühne und das was uns zu Menschen macht, geht.

The Tattered Man ist beeindruckend und wird seine Spuren hinterlassen. Sicher nicht ein Comic, den man mal kurz liest, um für ein paar Minuten unterhalten zu werden – und sicher auch kein Werk, dass der Feuilleton loben wird. Trotzdem ein guter, lesenswerter Comic, der das Können und die Vielfältigkeit des Autoren-Duos Palmiotti/Gray zeigt.

Wer jetzt noch nicht überzeugt ist, der lese sich bitte noch die Comicreview bei Minds Delight durch.

Damit ihr euch auch von dem Comic überzeugen könnt, verlost der Grobe Unfug 3 Exemplare!  Die Bedingungen? Ihr müsst den Comic selbst im Laden in der Torstraße abholen. Was ihr dafür tun müsst? Schreibt unten in die Kommentare, warum ihr den Comic lesen wollt. 

Nachtrag: Da hier jetzt schon ein paar Bewerbungen stehen, werde ich das Gewinnspiel morgen Mittag beenden – dann können sich die Gewinner ihre Comics zum Wochenende abholen und der Unfug muss die nicht ewig lagern 🙂

Nachtrag 2: Und wir beenden hiermit das Gewinnspiel, Ti_Leo, Kater und toba können wir ihr Exemplar dann im Groben Unfug abholen.

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8 Antworten to “Jimmy Palmiotti & Justin Gray present: The Tattered Man – Review & Gewinnspiel”

  1. Ti_Leo 30. November 2011 um 19:09 #

    Haben will. Reviewen will. Klingt nach einem Comic, der mir gefallen könnte.

  2. Marco 30. November 2011 um 21:34 #

    Ti_Leo: Wird er… oder zumindest aufwühlen 🙂

    Und danke für den Reviewlink 😀

    • eincomicleben 30. November 2011 um 22:02 #

      Gern geschehen – schließlich hast du mich ja auch erst auf den Comic gebracht 🙂

  3. toba 1. Dezember 2011 um 14:35 #

    Ich würd ihn auch gern haben, mit der einfachen Begründung, dass ich gerne Comics lese – gerne auch in der ernsteren und düsteren Variante.

  4. Kater 1. Dezember 2011 um 15:35 #

    Also mich würde das jetzt schon interessieren! Ein Freund von mir forscht auch über Holocaust und Populärkultur, dem könnte ich den dann weiterreichen. Das Thema wird ja grundästzlich viel zu verkrampft in D-Land angegangen, da tut so ein Comic wirklich mal gut! Bewerbe mich hiermit auf ein Verlosungsexemplar!

  5. eincomicleben 1. Dezember 2011 um 15:43 #

    Danke für die Bewerbungen….:)

Trackbacks/Pingbacks

  1. The Tattered Man | sixumbrellas - 12. Dezember 2011

    […] hat man im Leben ja auch Glück und so kam es, dass ich bei einer kleinen Verlosungsaktion von eincomicleben und dem Groben Unfug – die von der breiten Masse netterweise unbemerkt über die Bühne ging – den Comic The […]

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