Comicreview: Spaceman #1

6 Dez

In meinem Lieblingscomicladen war man der Meinung, ich könnte noch ein paar gute Comics lesen und so bekam ich Spaceman in die Hand gedrückt. (Seitdem habe ich diesen Ohrwurm und werde ihn nicht los.) Geschrieben von Brian Azzarello, der mit „100 BULLETS“ Ruhm und Ehre erlangte und bei DC derzeit Wonder Woman rettet, ist dies eine der Serien, die im Moment scheinbar von allen in höchsten Tönen gelobt werden.

Schnell wird klar, weswegen. Spaceman ist eine clevere Dystopie in 9 Teilen, hart und dreckig und dazu noch mit einem Thrillerplot um eine Kindesentführung gewürzt.

„Spaceman“ ist die  Geschichte von Orson, der in einem Labor geschaffen wurde, um zum Mars geschickt zu werden und der sich aktuell in einer kaputten Welt versucht im wahrsten Sinne des Wortes über Wasser zu halten.

Neben den Zeichnungen von Eduardo Risso, die wahrlich zum harten, dreckigen Stil der Handlung passen, zeichnet sich „Spaceman“ noch durch seine Sprache aus. Hier zeigt sich eine Welt, in der nur wenige in der Lage sind, sich korrekt auszudrücken und viele (darunter Orson) in einem Slag reden, der wohl in Twitter und Chats geboren wurde.

Es ist gerade die kaputte Welt und ihre Gesellschaft, mit ihrer Mischung aus Vertrautem und Worst-Case-Szenarien, die einen wie eine Faust in die Magengrube treffen kann. Azzarello schafft es so in wenigen Panels einen Alptraum zu erschaffen, den viele Horrorgeschichten nicht erzeugen können.

„Spaceman“ ist keine leichte Kost, aber ein interessantes Projekt, das zu Recht all die Aufmerksamkeit und auch viel Lob bekommen hat.  Da wäre die Werbeaktion von Vertigo, den Auftakt für $1 anzubieten, gar nicht nötig gewesen. Wer einen anderen Comic mit etwas Anspruch sucht, sollte einen Blick in Richtung „Spaceman“ werfen.

2 Antworten to “Comicreview: Spaceman #1”

  1. Ti_Leo 6. Dezember 2011 um 18:03 #

    Zustimmung. Tolles Ding. Auch wenn ich die Sprache wirklich herausfordernd fand.

    • eincomicleben 6. Dezember 2011 um 18:36 #

      Ja, man muss vieles im Kopf mitsprechen, um die Wörter zu verstehen

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