Was für ein Spaß – Batman (& Robin ) Live

14 Jan

Eigentlich klangt die Idee nicht gerade nach einem erfolgreichen Konzept: Batman auf die Bühne bringen. Als eine Art “Roadshow”, die für Fans und Neueinsteiger unterhaltsam und spektakulär sein soll. Nach den ersten Bilder schien es, als ob da eine Mischung aus Adam West und Joel Schuhmacher auf die Bühne kommen würde – aber auch wenn “Batman Live” sicher sehr weit weg von Nolans Batman oder den aktuellen Comics ist, “Trash” ist die Show nicht, sondern wirklich überraschend gut gelungen.

Worum geht es? Als Kind musste Bruce Wayne erleben, wie seine Eltern nach einem Kinobesuch bei einem Raubüberfall erschossen wurden. Als Erwachsener ist er Zeuge, wie die Eltern von Dick Grayson im Zirkus bei ihrer Nummer in den Tod stürzen. Schnell stellt sich heraus, dass die Seile der beiden Graysons durchtrennt wurden und es sich um Mord handelt. Während Gothams Comissioner Gordon Dick Grayson, den einzigen Zeugen, beim reichen Bruce Wayne zu seinen Schutz unterbringt, versucht Bruce als Batman die Morde aufzuklären. Aber auch Dick kann nicht einfach still in seinem neuen “zu Hause” sitzen und so wird er seinem neuen Vormund vor völlig neue Herausforderungen stellen…

“Batman Forever” stand bei der Handlung zu “Batman Live” sicher zu einem großen Teil Pate. Auch hier hat man Dick Grayson als Teenager, der nach dem Mord an seinen Eltern bei Bruce Wayne landet (was eigentlich recht gut zu der Chronologie der Comics des “New 52″ passen dürfte) und so schließlich zu seinem Sidekick Robin wird. Ein anderer großer Teil gebührt am Ende der Show “Arkham Asylum”, der sehr erfolgreichen Computerspiel. Aber auch etwas “Batman Begings” und die “Animated Serie” sind in der Show zu finden.

Die Geschichte um Robin ist sicher ein guter Einstieg und es werden auch ziemlich geschickt viele der Bösewichte aus Batmans Universum eingeführt. Trotzdem werden einige vielleicht meckern, dass die Show nicht genügend “Batman” hatte – aber auch nicht in jedem Comic oder Film tritt Batman die ganze Zeit (im Kostüm) auf.

Anderen ist die Show vielleicht nicht düster genug – schließlich soll sie sich auch an Kinder richten (für die der Arkham-Teil aber etwas sehr gruselig sein könnte). Auf der anderen Seite bekommt man hier einen Batman, der einfach nur Spaß macht, ohne albern zu sein – und auch dass dürfen Superhelden sein, selbst Batman.

Spektakulär war die Technik, von der Videowand, die in Form eines Bat-Logos Hintergrüde, Storyelemente oder auch den Bat-Computer der Handlung wirklich half. Es gab ein paar nette Akrobatikeinlagen und ansonsten eine recht stimmige, kurzweilige Handlung, die eine gute Mischung aus Action, Spannung und Humor bot. Zudem waren die Kostüme wirklich gut, besonders die der Bösewichte (Catwoman, der Joker und Harley sollten hier besondern hervorgehoben werden).

Bemängelt wurde eigentlich nur der Ton. Während die Schauspieler auf der Bühne sprechen (ohne Mikrophone), hat man die deutsche Übersetzung dem Publikum vorgespielt. An ein paar Stellen leider nicht ganz synchron oder allzu raumübergreifend. Dafür waren die Stimmen gut ausgewählt und die Texte auch gut übersetzt.

Alles in allem ist “Batman Live” ein teurer Spaß, aber einer, der sich wirklich gelohnt hat. Und ab und zu darf selbst Batman Spaß machen…

6 Antworten zu “Was für ein Spaß – Batman (& Robin ) Live”

  1. Walter West 15. Januar 2012 um 04:59 #

    Hab einen abstoßenden Ausschnitt bei “Wetten, dass…” gesehen. Der Joker erst mit tiefer Stimme à la Christian Bales Batman, dann später doch mit der passend irren Tonlage. Zudem ein deutlich sichtbares angeklebtes Pappkinn und alberne Flik-Flak-Einlagen seines Gefolges. Erinnerte mich von der Optik auch sehr an “Batman Forever” und die TV-Serie mit Adam West. Nicht mit mir.

    • eincomicleben 15. Januar 2012 um 11:51 #

      Auf der Bühne ist das Kinn weit genug weg und Jokers Leute haben etwas an den ersten Batman-Film erinnert – wirkten aber nicht albern in der Show (wo er auch eine Stimmlage hatte).

  2. geschnetzeltes 15. Januar 2012 um 09:34 #

    Mist. Jetzt hatte ich mich nach dem TV-Auftritt bei “Wetten, dass..?” dagegen entschieden, mir diese Show anzusehen. Wenn sie wirklich gut ist, ärgert mich das jetzt. >.<

    • eincomicleben 15. Januar 2012 um 11:53 #

      Ich denke, sie ist nicht jedermanns Sache, aber mir und meiner Freundin hat sie gut gefallen, der Mann in unserer Runde fand sie noch okay (ist aber auch kein Batman-Fan).

  3. tiberiustarante 17. Januar 2012 um 09:05 #

    Ich bin eigentlich voll und ganz deiner Meinung. Es war ein teurer Spaß, wobei ich immer noch zwiespältig bin. Die Show und besonders die Bühne hat beeindruckt, jedoch hat mich persönlich gerade die Synchronisation gestört. Es hat den Schauspielern ein großes Stück an ihrem Können genommen. Die Story war wirklich stimmig und für alle Altersklassen gedacht. Trotzdem herrscht in mir noch eine zweite Stimme die immer wieder sagt: Da hätte man mehr draus machen können.

    • eincomicleben 17. Januar 2012 um 13:00 #

      Klar. Ein bisschen mehr Batman, etwas bessere Kampfszenen und die Möglichkeit, dass Stück auch live zu hören hätten nicht geschadet. Aber die Synchro war besser als bei so manchem Film, deswegen fand ich das nicht so schlimm, wie ich befürchtet hatte.

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