Lesestoff: Moresukine – Wöchentlich aus Tokyo

3 Mai

Was jetzt folgt, ist keine Kritik, noch dazu eine objektive. Was jetzt kommt ist mehr eine Lobeshymne. Aber Moresukine beschäftigt sich auch mit einem meiner absoluten Lieblingsthemen: Japan. Worum geht es bei diesem Comic? Dass verrät der Reprodukt Verlag am besten:

Ein Jahr lang befand sich der deutsche Comiczeichner Dirk Schwieger in Tokyo und startete dort im Januar 2006 sein interaktives Comic-Blog „Moresukine“. Per Internet machte er ein Angebot, das schnell auf reges Interesse stieß und sein Blog zu einem Geheimtipp rund um die Welt machte: Er ließ sich von seinen Lesern Aufgaben stellen, die ihn zur Auseinandersetzung mit seiner neuen Wahlheimat nötigten, und versprach seine Erfahrungen in der jeweils kommenden Woche als Comic zu veröffentlichen.

Leser aus aller Welt schickten Dirk Schwieger auf Missionen durch die Gastronomie Tokyos, ließen sich von ihm Aspekte japanischer Mentalität, Kultur und Religion erläutern oder jagten ihn durch das berüchtigte Nachtleben der japanischen Hauptstadt. Auf diese Weise entstanden 24 tagebuchartige Episoden, in denen auf unterhaltsame Weise eine fremde Kultur vorgestellt wird.

Reise durch Tokyo

Tatsächlich sind es vor allem die vielen realen Orte, die in dem Comic beschrieben werden, die Moresukine zu einem ganz besonderem Leseerlebnis machen. Wenn man schon in Tokyo war, erkennt man vieles wieder – und findet hier doch viele unbekannte Orte, die man am liebsten sofort selbst besuchen möchte. Hier helfen natürlich auch die Bilder, die es wirklich verstehen, Orte und Stimmungen einzufangen.

Aber auch wenn es um gesellschaftliche Eindrücke geht, ist Dirk Schwieger ein guter Beobachter, der vielleicht nicht jedes Detail wissenschaftlich analysiert, dafür aber mit offenen Augen und Ihren durch Japans Hauptstadt zieht und so oft einfache und ehrliche Antworten auf komplexe Fragen findet.

Innere und äußere Werte

Zugegeben, was mir zuerst bei dem Comic auffiel war sein Name, der an berühmte Notizbücher erinnert – und noch dazu hat der Comic die dazu passende Form. Was mich immer noch unglaublich begeistert. Aber auch die Zeichnungen ziehen einen immer mehr in ihren Bann. Eine Mischung aus Text und Bilder, die mal sehr detailverliebt und genau, mal eher wie flinke Skizzen unterwegs wirken. All das verstärkt natürlich noch den Eindruck, man hätte hier tatsächlich das Reisetagebuch von Dirk Schwieger in die Hand gedrückt bekommen. Habe ich gesagt, wie toll ich das finde?

Fazit:

Moresukine bietet einen großartigen Einblick in das Tokyo, wie es Dirk Schwieger erlebt hat. Die 24 Episoden muss man dabei nicht chronologisch lesen – vielmehr lädt der Comic dazu ein, immer mal wieder in ihm zu blättern und in der einen oder anderen Geschichte zu versinken. Schade, dass es nur 24 Episoden sind – ich könnte noch so viel mehr von diesen Tokyo-Abenteuern lesen.

Moresukine
Dirk Schwieger
160 Seiten, schwarzweiß, Softcover
ISBN 978-3-938511-43-5
EUR 16,00

Mit freundlicher Unterstützung von Reprodukt – auf dessen Seiten man auch eine Leseprobe findet. 

Moresukine im Netz.

Eine Antwort to “Lesestoff: Moresukine – Wöchentlich aus Tokyo”

Trackbacks/Pingbacks

  1. Christmas Comic Shopping List: Moresukine – Wöchentlich aus Tokyo « Ein Comic Leben - 7. Dezember 2012

    […] das habe ich vor einiger Zeit schon mal erzählt und ist hier […]

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