Kurzreview: Hawkeye #1

5 Aug

Nach dem Erfolg der “Avengers” im Kino war es ja nur klar, dass man den heimlichen Stars des Films auch eigene Comics gibt, um so wenigstens etwas Synergieeffekte zu schaffen. Wer jetzt mit einer neuen, eigenen Serie von Black Widow, Loki oder dem neuen Publikumsliebling Hulk rechnet, der sieht sich enttäuscht. Nein, Hawkeye ist der Kandidat, auf den Marvel setzt. (Was vielleicht etwas logischer wäre, wenn der gute Mann im Kinofilm nicht die Hälfte der Zeit entführt wäre und deswegen kaum auftaucht…) Dass die Serie trotzdem ein Erfolg werden könnte, liegt in diesem Fall mehr an dem Kreativteam, als am Bekanntheitsgrad der Figur, denn Matt Fraction und besonders David Aja schienen wirklich wie ein Schuss mitten ins Schwarze zu sein.

Worum geht es in der Serie? “Clint Barton, a.k.a. Hawkeye, became the greatest sharpshooter known to man. He then joined the Avengers. This is what he does when he’s not being an Avenger. That’s all you need to know.”

Zugegeben, ein paar Fragen habe ich nach dem Comic schon – z.B. “werden Avengers vom Staat dafür bezahl, dass sie Avengers sind?“. Die Handlung versteht man trotzdem wunderbar, auch ohne Vorkenntnisse. Clint hat einen Unfall, landet über Wochen im Krankenhaus, kommt nach Hause und legt sich mit seinem Vermieter an – was in neuen Verletzungen endet. Das ist noch nicht viel Handlung, dafür aber eine in sich abgeschlossene Geschichte, die den Leser ins Privatleben seines “Superhelden” entführt, der eben doch ein relativ normales Leben führt.

Clint ist dabei einer von diesen Menschen, die viel Gutes tun – aber meistens einen egoistischen Grund brauchen, um diese Tat gegenüber ihnen selbst rechtfertigen zu müssen. In diesem Fall setzt er sich für seine Nachbarn ein, weil er im Grunde nur bei den gemeinsamen abendlichen Grillparties was isst (wenn er kein Avenger ist).

Hinzu kommen die Zeichnungen von David Aja, die die Stimmung der Serie wirklich gut einfangen, zu den etwas urbaneren Abenteuern in New York passen, wie die Fäuste, die auf Clints Augen zielen – und der etwas an den Stil von Cliff Chiang in Wonder Woman erinnert. Eindeutig ein echtes Plus und eine hervorragende Wahl des Künstlers.

Durch den sehr persönlichen Blickwinkel der Geschichte, die sich auf das “Privatleben” von Hawkeye konzentriert, ist die Serie auch für Marvel Neulinge geeignet oder alle, die mit echten Superhelden (also die mit den Superkräften) nicht so viel anfangen können.

Wessen Interesse geweckt wurde, der kann sich hier eine Leseprobe ansehen.

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3 Antworten zu “Kurzreview: Hawkeye #1”

  1. Comicgirl 6. August 2012 um 23:40 #

    Nachdem ich deinen Artikel gelesen habe hab ich mich total gefreut, da ich mir die Serie quasi blind abonniert habe. Dann hab ich die Vorschau angesehen und ich bin von den Zeichnungen geschockt.
    Die Geschichte muss wirklich gut sein, sonst wird die Serie ganz schnell wieder gekickt.
    Mal sehen, hab das erste Heft noch nicht bekommen.

    • eincomicleben 7. August 2012 um 00:20 #

      Ich hab mich ja ziemlich in die Zeichnungen verliebt, ich mag die nicht-chronologische Erzählweise und die Stimme, die Clint gegeben wurde. Kurz: ich muss meinen Comicshop nerven, dass die Serie ins Abo MUSS :)

Trackbacks/Pingbacks

  1. Die Comics des Jahres 2012 – eine persönliche Top 10 « Ein Comic Leben - 7. Januar 2013

    [...] einer wirklich guten Geschichte, interessanten Charakteren und einem tollen Artwork überzeugt hat: Hawkeye. Die Idee, zu erzählen was Clint Barton macht, wenn er nicht gerade für die Avengers aktiv ist, [...]

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