Ikonisch – Über die Definition von Heldenwertigkeit bei DC

8 Nov

Es ist inzwischen ein „lieb gewordenes“ Spiel zwischen DC und den Fans: es entsteht das Gerücht, dass Stephanie Brown, früheres Batgirl, wieder in einer Serie auftauchen soll, nur um sie kurz vor Erscheinen aus den jeweiligen Comics wegretuschieren zu lassen. (Vielen Dank auch, das sorgt dafür, dass ich den Verlag und seine noch aktiven Figuren soviel lieber mag! )Ein Hauptargument, warum Charaktere wie Stephanie und Cassandra Cain (auch mal Batgirl) nicht mehr im NEw52 vertreten sind wird meist mit „nicht ikonisch genug“ (also bekannt genug) genannt. Was soll man sagen? Natürlich ist Barbara Gordon (jetzt wieder Batgirl) bekannter, wenn sie in allen Versionen (Comics, TV-Show, Cartoons, Filme) auftreten durfte und nie eine ihrer Nachfolgerinnen. Ein Teufelskreis, denn so nimmt man immer nur den einen bekannten Charakter, weil die anderen nicht bekannt werden, da man sie nie einem größeren Publikum präsentiert hat.

Aber dieser Teufelskreis geht nicht für alle Charaktere. Bei Green Lantern war Jahre lang der Afro-Americaner John Stewart das Gesicht, das Leute mit dem Heldennamen verbanden, denn er war in den erfolgreichen „Justice League“ Zeichentrickserien zu sehen. Trotzdem wurde für den Kinofilm der original Green Lantern Hal Jordan genommen. Auch bei „The Flash“ kann man sich fragen, ob der jetztige Held bekannter war als Wally West, der vor dem New52 diesen Namen auch tragen durfte.

Aber zurück zu den Frauen. Wir erinnern uns: nur wirklich bekannte Heldinnen bekommen Comics und Auftritte in den Zeichentrickserien – und bekannt wird man der breiten Masse nur, wenn man nicht nur im Comic zu sehen ist. DC hat sich nun entschlossen, dass diese Regel nicht so streng genommen werden muss, und beschlossen, dass Katana nach ihrem Auftritt im New52 „Birds of Prey“ jetzt ein Teil der neuen „Justice League of America“ werden soll. Zudem bekommt sie eine eigene Serie. Und damit die sich gut verkauft wird man Katana auch noch in der neuen Serie „Beware the Batman” sehen.

Natürlich ist es gut, wenn DC im Multi-ethnischen Amerika Superhelden präsentiert, die auch Minderheiten ansprechen und die nicht nur aus einer Riege von weißen Männern bestehen. Es ist auch zu begrüßen, dass nicht immer nur die selbe hand voll Charaktere ihre Chance bekommt. Aber man muss sich einfach wundern, warum ein Verlag auf der einen Seite Regeln aufstellt, warum bestimmte Charaktere immer und immer wieder in die Schublade gesteckt werden können, um diese auf der anderen Seite zu brechen.

Auch wird es sicher nicht nur auf Gegenliebe stoßen, wenn man beliebte Charaktere wie Cass Cain jahrelang quasi untertauchen und ihre Fans ständig zappeln lässt – nur um dann einen sehr ähnlichen Charakter auszugraben und einem breiten Publikum zu präsentieren.

Natürlich denkt sich die Konzernspitze bei DC bei solchen Aktionen was – genau genommen werden sie an ihren Profit denken. Das ändert nichts daran, dass sie in einem schrumpfenden Business immer noch sehr planlos, willkürlich und was die Gefühle ihrer Fans angeht (die immerhin die Grundlage ihres Profits sind) ignorant bis böswillig wirken (weil sie angeblich bestimmte Charaktere hassen und nirgendwo sehen wollen).

Im besten Fall entstehen so Verschwörungstherorien über „die da oben“ – im schlimmsten Fall verliert der Verlag Leser und Fans und damit Kunden.

viaDC Women Kicking Ass – First Look! Katana and the Rest of the Cast of „Beware the Batman“.

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5 Antworten to “Ikonisch – Über die Definition von Heldenwertigkeit bei DC”

  1. Herr Greetings (@HellGreetings) 8. November 2012 um 20:13 #

    Ich schätze mal, dass sich da einfach von hinten durch die Brust ins Auge irgendeine Logik verbirgt, die selbst die wichtigsten Personen bei DC nicht mehr verstehen. Warum die nächste Batman-Serie computeranimiert sein muss, Batman aussieht wie eine Heuschrecke und Alfred Schusswaffen benutzt, will ich gar nicht wissen…

    • eincomicleben 8. November 2012 um 21:18 #

      Ja, warum Alfred so komisch aussieht, es weder Robin, noch Batgirl, noch Nightwing gibt, das haben auch viele Fans wissen wollen. „Batman: Brave and the Bold“ hat mir schon nicht so zugesagt, aber die Serie hatte wenigstens ihre witzigen Momente. Das hier bekommt nur noch ein „meh“ – wie so vieles von DC im Moment…

Trackbacks/Pingbacks

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    […] Nun werden die DC Cartoons zurückkehren, schließlich gibt es schon felißig Werbung für die neue Batman-Serie und dann kommen auch noch die Teen Titans mit eienr neuen Show […]

  2. Jenny Olsen? Oder alles neu in Man of Steel « Ein Comic Leben - 22. Januar 2013

    […] Geschichte erzählen – da passen solche Änderungen. Bleibt nur die Frage: wenn in den Comics immer nur die ikonischten Versionen der Charaktere gezeigt werden dürfen (weswegen z.B. Stephanie Brown nicht mehr auftauchen darf) – muss dann jetzt auch Jimmy Olsen […]

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    […] wirklich keinen Spaß und ließ den Blutdruck eher steigen. Vor allem, weil es gerade bei Stephanie obskure Züge annahm – udn Steph zum Teil in aller letzter Sekunde aus Titel gestrichen, die nichts mit dem […]

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