Christmas Comic Shopping List Gastbeitrag – Invincible Compendium Vol. 1

8 Dez

Auch heute gibt es wieder einen Gastbeitrag, der einen wirklich interessanten Comic vorstellt. Dank dafür geht an den @geekaffe, dem man bei Twitter wirklich folgen sollte. Wenn ihr auch einen Comic vorstellen wollt, meldet euch einfach bei mir. Und jetzt folgt die Vorstellung von Invincible:

Bildschirmfoto 2012-12-08 um 11.53.55Ein Comic zu Weihnachten.

Schon seit Mitte des Jahres hatte ich eine ganz genaue Vorstellung davon, welcher Comic das sein sollte. Zu dieser Zeit hatte ich nämlich das Invincible Compendium Vol. 1 bekommen und die gut 1000 Seiten innerhalb kürzester Zeit verschlungen. Nach dem ich das letzte Kapitel gelesen hatte, machte ich mich direkt auf und suchte die Weiten des Internets ab, um in Erfahrung zu bringen, wann ich das zweite Compendium in meinen Händen halten kann. Ich stieß auf Spekulationen, die einen Zeitraum von Ende 2012 und Frühjahr 2013 umfassten. In meiner Naivität hoffte ich, dass es bereits zu Weihnachten so weit wäre und stellte mir vor, wie ich bei Kerzen- und Tannenduft am Fenster in den Abenteuern von Mark Grayson versinke, während draußen alles von Schnee bedeckt ist.

Weihnachten halt.

Nun sind es bis zum Heiligen Abend nicht mal mehr 20 Tage und eine Ankündigung seitens Image/Skybound blieb leider aus. Nichtsdestotrotz möchte ich allen, die noch einen Comic zur Überbrückung der Feiertage suchen, Invincible ans Herz legen.

Zuallererst: Ja, Invincible ist ein Superhelden-Comic.

Geschrieben wird er von Robert Kirkman (The Walking Dead) und gezeichnet von Cory Walker, der jedoch schon ab Ausgabe 8 von Ryan Ottley abgelöst wurde.

Die Geschichte handelt von dem Teenager Mark Grayson. Dessen Vater Omni-Man und – der Name lässt es vermuten – der mächtigste Superheld der Erde ist. Als Mark dann endlich auch seine erwarteten Superkräfte erhält, gibt er sich alle Mühe, um in die Fußstapfen seines Vaters zu treten.

Es dauert nicht lange, da hat er sein Kostüm, seinen Namen und trifft auch auf seine ersten Widersacher. Aber auch andere Superhelden kreuzen seinen Weg.

Ebenso durchläuft sein Privatleben Veränderungen. Die High School wird beendet, das College beginnt und auch die ersten Liebesprobleme stehen bevor. Wie Mark diese ganzen neuen Erfahrungen unter einen Hut bringt, davon handelt Invincible.

Klingt jetzt erst mal nicht sonderlich spannend, geschweige denn originell.

Doch Kirkman versteht es wie kein anderer dies glaubwürdig darzustellen. Denn das Hauptmerkmal, das Invincible von anderen Vertretern des Superhelden-Genres unterscheidet ist Entwicklung.

Die Geschichte läuft stetig weiter und die Handlungen bleiben mit ihren vollen Konsequenzen bestehen. Es gibt keinen Reboot und keinen Relaunch. Kirkman schafft es ein ganz eigenes Superhelden-Universum zu kreieren, das völlig unverbraucht und frisch wirkt. Obwohl er klassische Elemente verwendet, gelingt es ihm, dem angestaubten Genre neue Aspekt abzugewinnen. Gespickt mit Anspielungen und Seitenhieben auf popkulturell wichtige Superhelden wirkt der Comic locker und leichtfüßig. Auch an selbstironischen Momenten wird nicht gespart und bringen den Leser immer wieder zum Lachen.

Wenn nötig, können die Schrauben aber auch angezogen und düstere Momente perfekt in Szene gesetzt werden. Damit gelingt Kirkman das, was man bei Spider-Man bis vor kurzem so bitter vermisste.

Die Grundstimmung von Invincible ist zu Beginn definitiv positiv und verbreitet gute Laune beim Lesen, dies hindert den Autor aber nicht daran, auch härtere Veränderungen einzubauen. So nimmt die Handlung bereits in Kapitel 11 eine krasse Wendung, mit der man nicht gerechnet hätte. Diese Unberechenbarkeit hält die Geschichte durchgehend spannend und der Leser kann sich nie wirklich in Sicherheit wiegen. Aber auch ruhigere Story-Abschnitte halten qualitativ ein sehr hohes Level und sind keineswegs langweilig, sondern notwendig für eine glaubhafte Charakterentwicklung.

Ryan Ottleys Zeichnungen sind bunt und freundlich. Der poppige Stil wirkt vielleicht auf den ersten Blick etwas puristisch, ist aber in den wichtigen Punkten, wie Mimik und Gestik, klar und sehr detailliert. Die Panels sind klar strukturiert und sehr aufgeräumt, so dass man der Handlung durchweg folgen kann. In den Actionszenen kommt man ebenso auf seine Kosten. Die Figuren wirken dynamisch und die Gewalt wird kompromisslos dargestellt, ohne dabei übermäßig brutal zu wirken.

Alles in allem gelingt es Kirkman und Ottley, einen runden Comic zu schaffen, der Spass macht, aber auch spannend ist. Die Geschichte versteht es jünger, wie auch ältere Leser zu begeistern. Auch wenn DC und Marvel das Rad erfunden haben, sollten sie sich über einen Spurwechsel Gedanken machen und sich an Invincible ein Beispiel nehmen. Denn so, sollte ein Helden-Comic sein.

Invincible umfasst bereits 98 Einzelhefte, davon sollte man sich aber nicht abschrecken lassen. Ein Einstieg von Beginn lohnt sich definitiv und ist mit dem Compendium durchaus kostengünstig zu realisieren. Sollte das zweite Compendium in den nächsten Monaten erscheinen, wäre man auf aktuellem Stand. Es gibt aber noch die klassischen Softcover Trades und auch eine Ultimate Hardcover Variante. Auf Deutsch ist erst ein Sammelband erschienen.

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