Im Namen des Mondes – oder wie Sailor Moon mich bezaubert hat

4 Feb

vqgl13Die Tage konnte man im Berliner Tagesspiegel ein Artikel darüber lesen, warum Sailor Moon und „Mangaserien wie diese“ so erfolgreich sind bei Teenagern. Ich habe das mit den „Teens“ zwar gerade noch so geschafft, als ich Sailor Moon entdeckte – aber ich mag die Serie immer noch und fühlte mich von dem Artikel nicht so wirklich repräsentiert. Deswegen hier ein ganz persönlicher Artikel darüber, was mir bei Sailor Moon gefiel und immer noch gefällt.

Mange vs Anime?

Wirklich trennen kann man Sailor Moon nicht von der Animeserie. Zumal es ohne die Zeichentrick-Version keine Sailor Moon geben würde. Noako Takeuchi hatte einen Manga über Sailor V herausgebracht, der eine Fernsehserie bekommen sollte. Sie bat stattdessen, das Konzept zu überarbeiten und heraus kam Sailor Moon. Tatsächlich änderte sich mit diesem Schritt so ziemlich alles. Aus der Einzelkämpferin Sailor V wurde ein ganzes Team unter Führung von Sailor Moon. Bisher war das in den Genre so nicht üblich – denn „Magical Girls“ erlebten ihre Abenteuer eher alleine, höchstens begelitet von einem Sidekick (häufig ein sprechendes Tier).

Warum das wichtig ist? Manga und Anime entstanden praktisch zeitgleich. man merkt es den Füllfolgen der späteren Staffeln an, die der Autorin und Zeichnerin die Chance geben sollten, mit dem Stoff aufzuholen – und man merkt es an einigen Stellen dem Manga an, z.B. dass auch er praktisch in „Staffeln“ erzählt wird -und unsere Heldin in jeder davon neue Waffen bekommt, die man als Spielzeug vermarkten kann.

Hübsche Bilder

 Ich bin wie so viele zuerst über die Animeserie zu Sailor Moon gestolpert (das war, bevor man auf die geniale Idee kam, auch den Manga bei uns zu veröffentlichen). Was mir sofort auffiel waren die Zeichnungen, die ich wirklich wunderschön fand. (Im Nachhinein eher ironisch, denn die erste Staffel ist ab vielen Stellen wirklich nicht gut gezeichnet.) Auch im Manga gefielen mir die Zeichnungen, die teilweise schon fast etwas impressionistisch fließendes hatten. Ich mag die Zeichnungen immer noch – eben aus diesen Gründen – aber damals waren sie auch einfach anders, erregenten Aufsehen. Ich kannte bisher nur westliche Comics, Mangas waren da eine völlig neue Welt.

Girl-Power!

Machen wir es kurz: Sailor Moon ist eine Superheldenserie für Mädchen. Genauer, für Mädchen so um die 14 Jahre (und älter, wie sich herausstellte – gut, Kinder wurden auch angesprochen, sonst hätte es das Spielzeug nicht gegeben). Das ist ein Konzept, dass in westlichen Superheldencomics nicht so wirklich angenommen wird, aber es ist wahr. Eine international wahnsinnig erfolgreiche Manga-Serie dreht sich um die Abenteuer eine Gruppe von Superheldinnen, die jeden Tag ihre Nachbarschaft von Monster befreien und einmal pro Staffel die Welt retten. Das mag jetzt mehr „Buffy“ als „Supergirl“ sein (von Batman und Co wollen wir gar nicht erst anfangen) – aber es ändert nichts am Konzept. Ein Konzept, dass so gut von den Mädchen angenommen wurde, dass es eben auch das schon erwähnte Spielzeug gab, damit kleine Mädchen die Heldentaten nachspielen  und ihre Umgeben von Monstern befreien konnten. (Ich nehme es dem Mädel aus Italien immer noch übel, die in einem Café mich zu einem dieser Monster erklärte und mir ihren Stab nach perfekter Drehung entgegenhielt.)

Stolz und Vorurteil

Was sich auch wirklich gut im kollektiven Gedächnis vor allem der älteren Fans gehalten hat, war die Liebesgeschichte zwischen Bunny/Usagi (heißt beides Häschen) und Mamoru. Sie treffen sich das erste Mal, als sie ihm ihren vergeigten Mathetest in Form eines Papierballs an den Kopf wirft udn er sich darüber beschwert und über ihre Note lustig macht. Im Manga kabbeln sich beide noch etwas – aber da sie auch beide Superhelden sind, kommen sie sich eben beruflich bedingt schnell näher. Bis sie erfahren, dass sie in einem früheren Leben große, tragische Liebende waren. Von da an waren sie unzertrennlich….

Im Anime lief das alles etwas anders ab, da mehr Zeit war. Bei laufen sich noch häufiger über den Weg, oft nachdem Bunny gerade irgendeinen Blödsinn gemacht hat, den Mamoru abgebkommen hat (wortwörtlich gesehen). Es ist eine Beziehung, ähnliche wie die von Lizzy Bennet und Mr Darcy. Beide treffen sich unter ungünstigen Bedingungen, beschließen sie können sich nicht leiden und kommen doch nicht voneinander los. Im Anime wirkt es etwas abrupt, wenn Bunny erfährt, dass Mamoru ihr Held Taxedo Mask und ihr Liebhaber in einem früheren Leben war und ihn jetzt auch heiß und innig liebt. Aber tatsächlich gab es schon viel mehr Anzeichen, dass beide etwas füreindern empfinden. Mamoru wird darauf hingewiesen, dass er Bunny doch nicht zu kritisieren braucht, wenn ihm das Mädchen völlig egal ist (macht er bei allen anderen doch auch so). Bunny nimmt sich Mamorus Ratschläge zu Herzen, auch wenn sie sich über seine direkte und schroffe Art ärgert. Sie reagiert ziemlich eifersüchtig, als sich ihre Freundin Rei an Mamoru ranmacht und versucht das Mädchen mit einem anderen Jugen zu verkuppeln. Und dann ist da noch die Tatsache, dass Bunny schon bemerkt, dass sie etwas für den arroganten Jungen schwärmt, als sie mal längere Zeit neben ihm sitzen muss.

All das hat sich erhalten und ergibt eine Liebesgeschichte, die Leute immer wieder gerne neu erleben.

Rebellisch

Bei uns mag vieles, was Bunny macht eher als Slapstickeinlage daherkommen – und es soll ja auch komsich sein. Aber Bunny widerspricht mit ihrem Verhalten sehr oft den japanischen Gesellschaftsideal. Sie ist laut, verfressen, unelegant und faul. Das komplette Gegenteil von dem, wie eine gute junge Dame zu sein hat. Sie ist aber auch kein richtiger „Tomboy“, sondern gleichzeitig ein verträumtes, romantsiches Mädchen, dass für viele gutaussehnde Jungs schwärmt, bis sie die große Liebe findet.  Bunny widerspricht den Klischees – und auch das ist ziemlich cool.

Die perfekte Freundin

 In Sailor Moon geht es aber auch um eine Gruppe von Mädchen, die gegen das Böse kämpfen. Oder die Aufnahmeprüfungen zur Senior Highschool. Denn alle fünf Mädchen freunden sich auch im wahren Leben miteinander an. Dabei sind die Freundinnen unserer Heldin schon etwas schablonenhafter gestaltet und bieten so die unteschiedlichsten Identifikationsfiguren. Man kontne Sailor Moon lieben und trotzdem eine andere Lieblingsfigur haben.

Eine Sache von Format

Was mir tatsächlich auch gut gefällt und ich oft bei Superheldengeschichten vermisse ist das Format – also die Einteilung in Staffeln. Ich mag die großen Handlungsbögen bei Sailor Moon (auch wenn im Anime später vor allem Füllfolgen daraus wurden). Gerade wenn man (Superhelden)Comics nicht oder lange nicht gelesen hat, ist diese Staffeleinteilung angenehm udn gewohnter (man kennt es ja aus dem Fernsehen oder auch in etwa von Buch-Serien).

Auch hat mir gefallen, dass Sailor Moon zwar oft sehr witzig war, aber eben keine kindliche Serie. Vor allem in den ersten Staffeln gab es viele traurische Momente und Folgen, ohne dass es zu brutal wurde. Auch wenn am Ende alles gut wurde – man konnte mitleiden und war gefesselt von den Ereignissen. Nun ja, bis zu der Sache mit den Füllfolgen. Aber das Problem hatte man im Manga ja nicht wirklich.

Die Sache mit dem Mond

Fand ist persönlich ja ganz nett – aber das war nicht wirklich das, was mich bei Sailor Moon angsprochen hat. Es waren im Grunde coole Namen und die Effekte, die sich an den verschiedenen Elementen orientierten hatten was – aber das ist nicht das, was ich von der Serie mitgenommen habe.

Soviel zu meinen ganz subjektiven Gründen, waurm Sailor Moon immer noch meine liebste Manga- und Animeserie ist.

6 Antworten to “Im Namen des Mondes – oder wie Sailor Moon mich bezaubert hat”

  1. Darkstar 5. Februar 2013 um 21:49 #

    Danke für diesen Bericht!
    und ich oute mich dann auch mal als „damals-war-ich-Sailor-Moon-begeistert!“

    • eincomicleben 5. Februar 2013 um 22:19 #

      Was heißt hier „damals“? Das müssen wir sofort ändern! Sailor Moon Videoabend bei mir!😉

  2. red arrow 6. Februar 2013 um 21:59 #

    ich fands auch cool, auch als teenager-junge

    • eincomicleben 6. Februar 2013 um 22:14 #

      Freut mich zu hören. Ob dir auch die neue Serie gefallen wird?

  3. velverin1981 27. Februar 2013 um 21:28 #

    Sehr schöner Artikel. Sailor Moon war damals so mit einer der Gründe, die mich zu Anime/Manga und dann wieder zu Comics gebracht hat.
    Ich muss auch sagen, dass die Realserie nicht schlecht war und bin auch mit meinen 30+ Jahren noch gespannt, wie die neue Serie wird.

    • eincomicleben 1. März 2013 um 17:03 #

      Danke! Mir ging das damals ähnlich: Sailor Moon brachte mich zu Anime und Manga (Comics musste ich alleine wiederentdecken).
      Dien Realserie mochte ich eigentlich auch, nur blieben mir am Ende zu viele Fragen offen. Ich hoffe deswegen, dass die neue Serie dieses Problem nicht hat.

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