Verlagswechsel, Teil 2: Make Mine Marvel

7 Mrz
all Avengers assemble

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Eigentlich wollte ich diesen Beitrag ja „welcome to the dark side“ nennen – aber ich zitiere dann doch lieber einen Spruch, den man sehr oft auf dem Blog des Groben Unfugs findet. Meist in Verbindung mit der nächsten Sauerei, die sich der Verlag wieder ausgedacht hat. Ob die Preise erhöht, ein Charakter kurzfristig umgebracht oder DC mal wieder mit einer Aktion kopiert/angegangen wurde – Marvel ist Teil eines Großkonzerns und verhält sich auch so. Wie kommt es also, dass ich trotzdem von einem glühenden DC Anhänger zu einem „Marvel Girl“ wurde?

Vor ein paar Jahren, als Smallville seine Popularität richtig ausleben konnte (nein, ich rede nicht von der 9. Staffel, die ihr wirklich alle gesehen haben solltet!), wurde auf der San Diego Comic Con (ich lege für die Namen hier nicht meine Hand ins Feuer) gefragt, ob Clark Kent und Lana Lang wie in der Fernsehserie nicht auch in den Comics ein Paar werden könnten. Die Antwort des anwesenden Autors war damals ein empörtes: „This is not Marvel!“.
Zum Glück, dachte ich. Marvel hatte die langjährige Beziehung von Scott Summers und Jean Grey mit Ehebruch enden lassen (und Tod, aber das ist eine andere Sache) und um Spider-Man wieder etwas jugendlicher zu machen, schrieb man seine Ehe mit Mary-Jane Watson ziemlich kompliziert aus der Kontinuität des Marvel Universums. Auf solche Ideen kam DC nicht mal im Traum.

Heute bin ich immer noch froh, dass DC nicht Marvel ist. Aber aus anderen Gründen.

Um eins vorweg zu sagen: natürlich fand ich Marvel-Charaktere auch schon früher interessant. Besser, ich mochte die X-Men. Vor allem aus den Zeichentrickserien, die früher auch hier leicht im Fernsehen zu finden waren. Ich hab die Filme gesehen. Und Spider-Man, den kannte und mochte ich natürlich auch. Es war sogar die Tatsache, dass Buffy Leben und diese Mehrfachbelastung sehr viel Ähnlichkeit mit Spider-Man hat, die mich die Serie mögen ließ. Aber die andere Figuren? Kannte ich höchstens vom Namen her. Das änderte sich natürlich mit den Kinofilmen, in die ich ging, weil ich zufällig die Trailer gesehen und dann völlig begeistert war. Von den Filmen dann auch.

Aber Marvel-Comics lesen? Das war mir dann doch etwas zu kompliziert. Marvel war wie ein Dickicht, eine grüne Wand aus Pflanzen und Gestrüpp und ich hatte keine Lust, mir einen Einstieg zu suchen. Ich hab Amazing Spider-Man gelesen, aber die Serie konnte mich nicht halten. Zu viele Comics (alle zwei Wochen einer) in denen zu wenig passierte. Dann hatte Marvel mal wieder eins dieser Ereignisse, dass ihr Universum „für immer verändern“ sollte. Schism. Genauer: die Trennung der X-Men in zwei Fraktionen – und mit Wolverine and the X-Men gab es da sogar eine neue, einstiegsfreundliche Serie.

Ich weiß nicht mehr, wie und wann ich zu dem Hardcover der Serie gekommen bin, aber irgendwann hab ich das gelesen und wollte mehr. Was dazu führte, dass ich in meinen Comic-Shop maschierte und mal wieder eine Marvelserie abonioerte. Dieses Mal konnte mich die Serie auch halten. Selbst als das Großevent „Avengers vs X-Men“ durch das Marvel-Universum tobte, konnte ich die Serie noch genießen. Obwohl ein Teil auch in „Wolverine and the X-Men“ spielte. Aber man kam eben auch ohne die Kenntnisse aus anderen Titel gut mit (und erlebte dieses Ereigniss zum  Teil mit den Schülern der Jean Grey Schule von der Seitenlinie). Das klappt natürlich nicht immer.  Bei Ms Marvel (die Mike gerne vergisst, die aber auch eine eigenen Serie mit 50 Ausgaben von 2007-2010 hatte), hatte man oft das Problem, eine eigenständige Handlung zu finden, die man auch ohne alle die anderen Event-Comics verstand.

Neben den Ereignissen um die Jean Grey School wollte ich dann auch Marvels Superheldinnen unterstützen und holte mir Captain Marvel ins Abo. Ich muss sagen, die Zeiger sind in der Serie immer so eine Sache, aber der Comic gefällt mir von Ausgabe zu Ausgabe immer besser.

Hawkeye wollte ich nur mal antasten, vor allem, weil die Leseproben im Internet wirklich hübsch aussahen und mit Kate Bishop auch eine prominente Frauenrolle vorhandne sein sollte (obwohl ich mich geärgert hatte, dass nicht Black Widow ihre eigenen Serie bekam). Nach einer Ausgabe war ich süchtig und bin seitdem ein Fan von „Hawkguy“ und Kate.

Als Kelly Sue DeConnick, die Autorin von Captain Marvel, Avengers Assemble übernahm, holte ich mir auch die Serie und mochte den lockeren Ton, der wirklich an die Filme erinnert.

Es folgte Marvel Now! Im Gegensatz zum „New52“ kein Reboot, sondern einfach nur eine Überschrift, unter dem man lauter neuen Serien finden kann, die nach und nach starten – und auch ich fand einige neue Titel.

Aber das alles erklärt natürlich nicht, was mir im Moment an Marvel gefällt.

Ehrlich, es ist der Ton der Serien, die ich lese. Ich will nicht behaupten, dass dies bei allen Marvel-Serien so ist, aber die, die ich lese haben einen Sinn für (durchaus schwarzen) Sinn für Humor. Oft macht sich die Handlung auch etwas über die Charaktere oder das eigene Universum lustig (z.B. wenn Wolverine vorgeworfen wird, dass er in so vielen Teams ist, dass man ihn eigentlich nicht mehr als Direktor der Jean Grey School bezeichnen kann, da er praktisch nie da ist). Es gibt aber auch gefühlvolle Momente. Sei es etwas Romantik zwischen den Charakteren, Freundschaft oder eben Momente, in denen man mit den Helden etwas leiden kann. Aber der Ton ist nie zu düster und deprimierend. Nach dem „New52“ ist das geradezu eine Erholung für mich.

Mir gefällt auch, dass Marvel seine ganze Geschichte behalten hat, so konfus und vollgestopft das inzwischen auch sein mag. Es gefällt mir, wenn ich weiß, warum sich Wolverine und Scott Summers nicht leiden können, oder wenn Carol Danvers sich entschuldigen muss, dass sie den Titel „Captain Marvel“ angenommen hat, ohne die Frau zu fragen, die den Titel vorher trug. Es ist schwer zu beschreiben und sicher auch alles andere, als objektiv. Aber die Pseudo-Kontinuität des „New52“ hat mich sehr gestört. Veielleicht, weil da gegen den Leitspruch „Show, don’t tell“ verstoßen wurde? ich weiß es nicht. Aber die Idee, dass Cyclops zu einem Magneto wird und Wolverine zu einer Art Prof. X ist vor allem auch deshalb sehr ironisch, weil die Charaktere eine sehr lange Geschichte haben.

Und ich mag, dass die Charakter, denen ich folge, sehr vielschichtig sind. Alles komplizierte Wesen, aber trotzdem sympathisch. Nicht so plakativ, wie DCs Helden, aber mir kommen sie ehrlich interessanter vor. Das ist natürlich sehr subjektiv und es mag auch viel mit den Handlungen zu tun haben – aber so empfinde ich es im Moment.

Aber Marvel ist doch böse! Die Comics sind sau teuer! Die Qualität wird dabei immer schlechter und überhaupt! Böser Großkonzern!

Ja, ich weiß. Ich sage auch nicht, dass bei Marvel die besseren Leute sitzen. Marvel schreibt im Moment die Comics, die ich lesen möchte und schafft es sonst, mich nicht auf die Palme zu bringen. Eine sehr gute Kombination! Tatsächlich scheinen sie sich sogar Mühe zu geben, mehr Frauen anzusprechen. Kann ich ja nur begrüßen.

Dass die Comics jetzt schlechteres Papier benutzen stört mich beim lesen nicht, auch dass die Cover nicht von besserer (Papier)Qualität sind. Die Preise zahle ich, da sollte ich mich also nicht aufregen (und wenigsten sind das dann auch Comics die ich lese und die mir gefallen!). Zudem muss ich ja zugeben, dass mir die ganzen technischen Spielereien, wie die AR-App wirklich gefallen.

Warum ich mich jetzt also als „Marvel-Girl“ (oder Woman?) bezeichnen würde? Einfach: ihre Charaktere und Geschichten haben im Moment mein Herz im Sturm erobert.

Wird das so bleiben? Nein. Nichts hält ewig in der Comic-Welt und auch Marvel wird mal alles so umkrempeln wie DC und ich werde für meinen Geschmack keine Comics finden und der Verlag wird mich so nerven, dass ich mir denken werde, dass ich mit meiner Zeit und meinem Geld etwas besseres anfangen kann. Vielleicht macht DC dann wieder Comics, die mich ansprechen. Ansonsten gilt: andere Verlage haben auch schöne Comics. Bis es soweit ist, genieße ich aber meine Zeit bei Marvel.

15 Antworten to “Verlagswechsel, Teil 2: Make Mine Marvel”

  1. Lobster 7. März 2013 um 17:53 #

    Ich hatte ja angekündigt, dass ich meine Gedanken auch mal dazu formulieren wollte und das mach ich jetzt auch mal🙂

    Erstmal finde ich es überhaupt nicht schlimm, wenn man von unterschiedlichen Verlagen Comics liest. Da du deinen Verlagswechsel aber so vokal verkündet hast, wurde ich auch erst darauf aufmerksam.
    Zunächst muss ich sagen, dass ich aus ganz anderen Gründen Comics lese. Ich will sehr gute Geschichten lesen, d.h. ich suche mir Writer raus, die dafür bekannt sind gute Geschichten zu schreiben. Würde ich nur nach Charakteren gehen, würde ich wahrscheinlich ganz schnell wahnsinnig werden.
    Dadurch, dass man sich an Kreativteams orientiert hat man vor allem den Vorteil, dass es sehr oft ausgeschlossen ist, dass man schlechte Geschichten liest. Und ob jetzt ein Charakter nicht so agiert, wie ich mir das wünsche, nun, damit hab ich überhaupt kein Problem.

    Auch Charaktere, die mich üüüüberhaupt nicht interessieren, aber an die sich ein Autor wagt, dem ich vertrauen, können mich dann überzeugen. Es ist doch ein viel großartigeres Erlebnis, wenn man für einen Charakter erst dadurch begeistert wird.
    Also daher mein erster Ratschlag:
    Nach Kreativteams lesen, nicht nach Charaktere, weil man da IMMER enttäuscht wird.

    Was die Firmenstrategien etc. angeht, da nehmen sich beide Verlage eigentlich überhaupt nichts. Marvel stößt Fans genauso vor den Kopf wie DC, daher können wir den Corporatepunkt auch komplett unberücksichtigt lassen.

    Mal zu deinen Punkten, was für dich den Unterschied macht.

    DC ist düster und hat keinen Humor.
    War eigentlich noch nie so. Eigentlich waren Marvel immer die, mit den ernsten Geschichten und DC hatte die lustigen, naiven Charaktere. Das hat sich über die Zeit gewandelt und ich bin dafür auch sehr dankbar.
    Denn ein Comic kann nicht scheinen, auch nicht hell, wenn es keine düsteren Momente gibt.
    Abgesehen davon, kann ich ehrlich gesagt nicht verstehen, wie du auf die Idee kommst, dass es im DCU so deprimierend wäre. Ich vermute mal, das liegt wirklich hauptsächlich daran, dass dir der Ton der Batgirl Serie nicht gefällt?
    Denn es gibt sehr wohl Humor. Bei Justice League foppt Batman gleich im ersten Heft Green Lantern und auch die anderen Titel sind jetzt nicht düsterer als sonst (oder bei Marvel). Vielleicht wirkt es dadurch, dass es eine Sparte, die „The Dark“ heißt so, aber das täuscht am Ende.
    Selbst der verrückte Morrison hatte bei Action Comics einige sehr komische Szenen, das gilt auch für Superman von Lobdell.
    Oft müssen in Serien ja auch erst einmal Dinge geschehen, damit sich etwas entwickelt und da wir hier von Superhelden reden, ja…da passieren eben eher destruktive Dinge, das liegt aber nunmal in der Natur der Sache. Ohne düstere Bösewichte braucht man ja keine Superhelden.
    Zumal bei Marvel eigentlich in jedem Großevent alles in Schutt und Asche gelegt wird, Leute umgebracht werden oder gar die populärste Figur in einen Superschurken verwandeln.

    Captain Marvel
    Ja, ich war am Anfang auch sehr glücklich mit der Serie, aber leider wurde sie mit den letzten Ausgaben immer schwieriger, weil sie irgendwie nicht weiß, wo sie hin will. Es plätschert so bedeutungslos vor sich hin, dass ich einfach aufgehört habe.

    Von gefühlvolle Momenten gibt es auch bei DC mehr als genug. Die nicht einfach Beziehung zwischen Aquaman und Mera, aber auch Wonder Woman, die ständig in Konfusion über das was sie eigentlich will ist, sind hier ganz naheliegende Beispiele. Und nicht zuletzt auch Superman und Lois Lane. Ich finde es ehrlich gesagt sehr interessant, dass diese Beziehung vorerst nicht stattfindet, aber auch das wird sich ändern und je länger man auf den Moment wartet (wenn man ihn denn sehen will) freut man sich umso mehr.

    Pseudo Kontinuität.
    Stimmt nur zum Teil. Auf der einen Seite wäre es von DC dumm, wenn sie ihre Bestseller der Geschichte berauben und auf der anderen Seite stört es einen beim Lesen eigentlich überhaupt nicht, es sei denn, man möchte sich wirklich darüber aufregen. Für die Qualität der Hefte, macht das gar keinen Unterschied.
    Und wenn Superman in einem Heft von seinem Tod spricht, dann ist das ein kleiner Wink an die Altfans, um zu sagen „hey, wir haben euch nicht vergessen“. Aber woher sollen wir denn wissen, dass Superman nicht in den 5 Jahren Zeit, die nur teilweise erzählt wurde, einen Tod erlebt hat. Unserer Phantasie sind da doch keine Grenzen gesetzt.
    Für mich ist die Idee, die Anfänge der neuen Helden zu sehen und kreative Origins zu hören, wunderbar und sie hat oft (nicht immer) auch wunderbar funktioniert. Kein Backcontinuityballast, sondern einfach loslesen und sich freuen, wenn ein neuer (altbekannter Charakter auftaucht).
    Es war ein sehr mutiger Schritt von DC und ich finde, man kann ihnen da auch nicht viel mit „pseudo“ vorwerfen. Denn unlogische Dinge können dich ja bei Marvel genauso stören, aber da sagst du bspw. dass dich das gar nicht stört. Also irgendwie wirkt deine Sichtweise da etwas unbalanciert.

    Vielschichtige Charaktere.
    Gibt es, überraschung, auch bei DC seeeehr häufig. Ich mein, DC hat ja, trotz Relaunch (nicht Reboot), einfach eine reichhaltig Vergangenheit. Die Charaktere haben ja alle schon Vorgänger und die Werden auf Earth 2 z.T. ja auch wieder eingeführt. Auf der anderen Seite würde ich gerne mal von dir wissen, welches denn die besonders plakativen Superhelden bei DC sein sollen?
    Eigentlich hat fast jeder, der nicht grade von Liefeld geschrieben wurde, eine sehr vielseitige Persöhnlichkeit und selbst in Justice League gibt es ständig Characterdevelopment.

    Ich könnte noch viele weitere Punkte nennen, aber das würde meine Zeit und vermutlich die Aufmerksamkeit aller anderer sprengen.
    Nur so viel abschließend:
    Mir scheint, dass da wirklich ganz viel Wut über DC im Spiel ist. Aber hey, es sind nur Comics, wenn man sie als das genießt, was sie sind, dann entstehen diese ganzen Probleme gar nicht. Grade das, was du derzeit bei Marvel toll findest, dann gibt es eben auch bei DC und umgedreht.
    Beide Verlage nehmen sich im Grunde genommen wenig, was die einzelnen Punkte angeht, daher finde ich das Ganze „ich finde jede Serie bei DC doof und bei Marvel ist jede, die ich getestet habe ein Hit“ doch ein wenig mit Tunnelblick gedacht.
    Gelassenheit beim Lesen solltest du aber unbedingt bei Marvel an den Tag legen, denn dort wirst du ziemlich schnell, zumindest wenn du nach Charakteren und nicht nach Schreibern leist, auf die gleichen Mauern stoßen, die du DC vorgeworfen hast.

    • eincomicleben 7. März 2013 um 23:28 #

      Ehrlich. Wow… das war kein Kommentar, das war ein Beitrag.
      Ich versuch mal ein paar Punkte zu beantworten, angefangen bei: ich habe nicht nur Batgirl gelesen! Ich habe viele, sehr viele Titel der New52 angetastet. Und viele davon hatte ich im Abo. Ich bin noch recht optimistisch an den… was auch immer jetzt der „New52“ warm gegangen.
      Ich habe tatsächlich auch deine Methode benutzt. Aber bei Gail Simone fand ich schon Birds of Prey Vol. 2 nach einem grandiosen Start ziemlich „meh“ (und hätte die Serie abgebrochen, hätte das DC nicht für mich übernommen) und ihr Batgirl war noch schlimmer. Kein richtiger Ton, keine gute Handlung, alles war „all over the place“ wie die Engländer sagen.
      Paul Cornell konnte mich mit Stormwatch nicht wirklich überzeugen und seine Demon Knight mochte ich… trotzdem langen die am Ende ungelesen bei mir rum.
      Jimmy Palmiotti und Justin Grey haben mich mit All Star Western nur drei Ausgaben bei der Stange gehalten, dann lag der Rest der Serie rum und fing Staub bei mir.
      Und so sehr ich Greg Rucka mag – Punisher lesen? Ehrlich, diese Rachestorys fand ich nie besonders spannend, da kann auch der tolslte Autor nichts dran ändern.

      Ich habe auch tatsächlich Justice League 1 gelesen. Ich fand’s nett, wollte aber auf den Trade warten.
      Aquaman sollte wohl irgendwie cool und ironisch sein – aber Geoff Johns und ich haben da wohl eine andere Art für Humor.
      Und das ist es. jeder Mensch ist anders und was bei Redakteure bei DC im Moment cool und lustig finden, das kommt bei mir nicht an.
      Bei dir schon. Sehr gut, genieße es.
      Ich genieße meine meine Comics und wir leben beide glücklich bis zum nächsten Relaunch.

      Plakative Helden? Batman, Superman… die sind alle sehr plakativ und oft auf eine ganz bestimmte Rolle sehr fest geschrieben. DC ändert die Rollen gerade, aber das Konzept bleibt.

      Wonder Woman hab ich auch gelesen. Ich habe auch noch durchgehalten, als Azzarello immer mehr diese Ikone des Feminismus und für weibliche Superhelden demontierte. Aber irgendwann war das auch „meh“ und weder spannend, noch ansprechend oder nur unterhaltend… und Cliff Chiangs schöne Zeichnungen können viel retten, aber eben auch nicht alles.
      Hat DC auch komplexe Charaktere? Sicher, irgendwo. Aber was ich gesehen habe, sprach mich nicht an – und ich habe keine Lust zu suchen. Warum solltet ich? Ich schlage Buffy auf, oder Saga, oder Young Avengers und finde SOFOR was ich suche. Warum soll ich da wieder und wieder und wieder bei DC Serien antesten?
      Wenn mir neue Titel wie Earth 2 oder World Finest auch nicht gefallen?

      Wie gesagt, andere Verlage haben auch gute Comics. Irgendwann sicher auch DC. Aber in ihrer „alle sind wütend, verzweifelt und sexy und töten, töten, töten“ Phase sind sie eben nichts für mich.

      • Lobster 8. März 2013 um 09:19 #

        Hm, ich glaube, du hast einfach die falschen Serien angefasst. Dass Stormwatch oder Allstar Western nicht wirklich die Knallertitel von DC sind, ist ja kein Geheimnis und was meinst du damit, dass Wonder Woman demontiert wird?
        Sie wird doch als extrem starke Frau dargestellt, die im Konflikt mit ihrer Heimat und den Verpflichtungen steht und sich die ganze Zeit dem Schutz einer weiteren Frau verschreibt.
        Ich finde es eigentlich extrem gut, dass sie und kein männlicher Charakter hier die starke Schützerrolle einnimmt und wie Azzarello den Pantheon aufbaut und zusammensetzt, ist wirklich unglaublich.
        Auch die Spannung ist in jedem Heft da. Am Ende gibt es oft überraschende Wendungen und als Hera plötzlich sterblich ist und auf der Erde weilt, völlig überfordert mit den Geflogenheiten, das ist einfach nur saaaauuu komisch.
        Azzarello ist ja auch nicht gerade ein unbekannter Autor und wird eigentlich überall für seine großartige Arbeit gefeiert!
        Von daher kann ich diesen Punkt wirklich überhaupt nicht nachvollziehen, denn vom Writing her ist die Serie wirklich großartig. Da ist es wirklich dein Geschmack, der dich diese eigentlich gute Serie so finden lässt.
        Mich würde aber wirklich brennend interessieren, worin du hier den Feminismus und die Figur der Wonder Woman demontiert siehst.

        Und Johns nicht lesen? What? Ich mein, wenn du bei jedem guten Schreiber irgendeine klitzekleine Kleinigkeit (mag seinen Humor nicht) findest, dann wird es wirklich schwierig Titel zu finden, die einem gefallen.

        Animal Man erzählt eine wunderbare Familiengeschichte, die viele intime Momente zeigt, aber es ist natürlich auch düster, also wirst du das sicher wieder kategorisch ablehnen.

        Batgirl funktioniert für mich nämlich auch ausgezeichnet, aber seid Secret Six liebe ich auch Gail Simone, weil sie sich als Frau einfach keine Konventionen hält und nicht so schreibt, wie man es von einer Frau erwartet. Das finde ich extrem mutig und mal ehrlich, wie unsinnig wäre jetzt eine Batgirlserie, bei der plötzlich alles Friede, Freude, Eierkuchen wäre?
        Natürlich muss alles aus The Killing Joke Nachwirkungen haben, Babs war jahrelang nicht mehr unterwegs, sie ist unsicher, macht Fehler und genau DAS macht doch diese Story aus. Grade in den letzten Heften merkt man doch, dass sich das Bild und somit der Ton ändert. Aber um sich zu entwickeln, braucht man einen Startpunkt und einen Endpunkt und wenn alle immer happy sind, und sich über sich selbst lustig machen, dann sind die Geschichten doch nicht mehr spannend!
        So funktionieren nunmal Storys, es muss auch mal dunkel und düster sein, damit dort Licht sein kann!

        Und auch die absolute Verallgemeinerung, die einfach nicht der Wahrheit entspricht, “alle sind wütend, verzweifelt und sexy und töten, töten, töten”, kann ich so nicht stehen lassen.

        Ja, Wonder Woman war in Justice League 1 so, aber in ihrer eigenen Serie ist das in keinem einzigen Heft so. Nightwing? Überhaupt nicht! Batman? Ja, aber das ist er schon immer und das gehört zu Batman, wenn man das Konzept, das ein ganz normaler Storytrope ist, schon nicht gut findet, bzw. kategorisch ablehnt, wird das auch nichts.
        Superman ist auch in keiner Serie wirklich so. Vielleicht hast du einfach das erste Justice League Heft geholt, wo einfach alle Helden naiv und unsicher aufeinander treffen, aber in den anderen Heften und Serien ist das definitiv nicht der Ton.
        Selbst Frankenstein Agent of Shade war ein absolut easy going Buch, bei dem allein die abstrusen Ideen schon zum Schmunzeln anregen.
        Worlds Finest ist auch so eine wunderbare Geschichte über das Duo, das viel Platz für slice of life birgt und die beiden Frauen auch wirklich toll und leicht rüberbringt. Gut, dass sie plötzlich in einem anderen Universum sind, lässt sie jetzt nicht die Spaßgranaten sein, die jede Minuten ienen Joke reißen, aber das würde auch einfach nicht passen.
        Green Lantern hat auch diesen deprimierenden Ton, den du allen DC Serien überstülpst, nicht.
        Flash ist auch vom Ton her völlig hell und leicht, zumindest die ersten 6 Hefte, die ich gelesen habe und mit Batwing hat man endlich mal eine Serie, die in Afrika spielt und sich mit den Gräuel beschäftigt, die dort passieren. Ja, das ist düster, aber ich finde man sollte solche eher erwachsenen Themen nicht vor Comics verstecken.
        Demon Knights finktioniert z.B. auch wieder eher als Geschichte mit einem positiveren Grundton. Selbst Resurrection Man war komisch, ob wohl Tod eigentlich das große Thema des Buches war.

        Also wie gesagt, es gibt haufenweise Titel bei der New52, die eben genau das Gegenteil von dem sind, was du DC und damit all ihren Titeln vorwirft.

        „Plakative Helden? Batman, Superman… die sind alle sehr plakativ und oft auf eine ganz bestimmte Rolle sehr fest geschrieben.“

        Was ist denn an Batman plakativ? Nur weil jeder seine Story kennt? Soll er jetzt plötzlich völlig out of character dargestellt werden, wie bei Grant Morrison? Dann meckern doch auch wieder alle.
        Und grade Snyders Batman ist DAS Comic schlechthin, das eigentlich jedem gefällt.
        Wie er auf die Eulen reagiert hat und wie die Familienbande gestärkt wurde und im zweiten großen Storyarc auf die Probe gestellt wurde…sicherlich, bei jedem phantastischen Comic findet man irgendwo ein Haar in der Suppe, aber alle so kategorisch über einen Kamm zu scheren, das ist doch echt unfair.
        Ich mein Hawkeye könnte man bspw. genau das gleiche vorwerfen. Da ist auch ein deprimierender Ton drin (der Tod vom Hund?). All New X-Men handelt von einem total verzweifelten Hank, der gegen all seine Prinzipien verstößt. Die X-Men sind zerstritten, alles düster anstatt, dass sie alle zusammenhalten. Ja klar, aber Konflikte sind der Stoff aus dem Storys sind und Konflikte haben nunmal zu 99% einen düsteren Unterton.
        Selbst bei Captain Marvel ist es traurig, immerhin gibt es eine Beerdigung.

        Von daher kann ich deine Kritikpunkte, auch auf das, worauf du bei einem Comicheft achtest, nicht wirklich verstehen oder nachvollziehen, weil es eben bei Marvel auch gar nicht anders ist. Avengers Arena? Alle paar Hefte wird ein Nachwuchssuperheld um die Ecke gebracht, ansonsten werden sie von einem Irren gefoltert. Und bei jedem Großevent wird alles in Schutt und Asche gelegt. Death and Destruction all over the place!

        Selbst Saga ist völlig hoffnungslos und düster am Anfang. Alles erscheint total aussichtslos, weil etliche Leute hinter ihnen her sind. Überall herrscht Krieg.

        Ich will dich auf keinen Fall vom Lesen von Marvel abhalten und wünsche dir ganz ehrlich extrem viel Spaß dabei, denn viele Marvelserien sind sehr gut, aber ich hoffe es ist zum Ausdruck gekommen, dass man mit deiner Argumentation und deinen Kritikpunkten genauso Beispiele bei Marvel bzw. Gegenbeispiele bei DC findet.
        Mir war einfach wichtig, dass das Bild, das hier gezeichnet wird, dass DC seine Fans nur verarscht, alle Helden total düster sind und Frauen ganz fuchtbar dargestellt werden, nicht unbedingt zutrifft.
        Es gibt eben auf beiden Seiten, solche und solche Serien. Wenn man allerdings mit einer negativen geprägten Einstellung an neue Hefte ran geht, dann sucht man natürlich nach jeder Kleinigkeit, die einem missfällt. Aber nur auf DC einzuschlagen, finde ich zu einfach.
        Und bei Image werden eben auch weibliche Attribute, Gewalt und Tod ganz groß geschrieben.
        Aber ein Verlag ist eben nie so einfach zu kategorisieren, weil er sich durch völlig unterschiedliche Serien auszeichnet. Daher würde ich mir weniger pauschalisierende Vorwürfe wünschen. Es ist ja auch völlig ok, wenn dir persönlich alle DC Comics nicht gefallen und alle Marvel Comics, die du testen, dir super gut gefallen. Das finde ich zwar irgendwie schon etwas schräg, aber das bleibt ja jedem selbst überlassen. Geschmack ist ja verschieden.

        Falls du jedoch doch noch mal an ein DC Heft geraten solltest, würde ich dir raten nicht daran zu denken, dass es von DC ist, denn vielleicht gefällt es dir ja dann🙂

        Aber jetzt ist der Kommentar schon wieder so lang geworden, daher höre ich mal hier auf.
        Bin jedenfalls gespannt, wie du Marvel nach dem nächsten Megaevent mit Death and Destruction bewertest🙂

      • eincomicleben 8. März 2013 um 12:14 #

        Okay, ich habe keine Zeit, alles zu lesen und zu beantworten. Johns finde ich einfach nicht interessant vomn Stil her und persönlich ziemlich überbewertet. Er ist ein Fanbiy und wenn man seine Leidenschaft nicht teilt, scheint man keinen rechten ZUgang zu ihm zu finden. Zumindest ist das bei mir so.

        Zu Wonder Woman:
        Diana war mal eine Frau, die von Frauen geschaffen wurde, ganz ohne männliches Zutun und die sich von Beginn an sehr offen und engagiert für Frauenrechte eingesetzt hat. Sie ist eben nicht umsonst eine Ikone des Feminismus geworden – und nicht umsonst waren es Frauenrechtler, die gefordert haben, dass Wonder Woman ihre Kräfte zurückbekommen muss.

        Da sie jetzt einen Vater hat, wird ihr ein wichtiger Teil ihrer (Marken)Identität genommen. Das mag für dich nicht wichtig sein – für viele Frauen hat es aber eine Rolle gespielt.
        Die Sache mit den Amazonen ist auch für viele ein Problem. Aus einer Rasse von Frauen, die sich (mehr oder minder) friedlich für die Gleichstellung der Frau einsetzten eine Gruppe von Vergewaltigeren und potentiellen Kindermöderinnen zu machen? Nicht cool. Und Wonder Woman ist zu doof das mitzubekommen? Was dachte die kleine Diana denn, woher die ganzen neuen Amazonen kommen?
        Und dann die Sache mit dem „Superboyfried“. Wonder Woman degradiert zur „Freundin“, der Superman eine Geheimidentität erklären darf? Während er sich in einen Comics nach Lois sehnt. Ja, das sehe ich schon al Demontage von Wonder Woman an.
        Und dabei ging es noch nicht mal um die Tatsache, dass Diana in ihrem eigenen Titel auch ständig auf die Hilfe von Männern angewiesen ist (das hat auch einige Leserinnen geärgert).

        Du fandst die Helden in Justice League #1 naiv? Ich eher brutal. Schließlich ging es da eher nach dem Motto zu „erst zuschlagen, dann fragen“. Es mag sein, dass das besser wurde – aber weder die Werbetexte, noch die Cover haben mich was anderes Vermuten lassen.

        Hattest du Demon Knights als hoffenungvolleren Titel bezeichnet? Falls ja, die Serie war sicher nicht schlecht und hatte noch einen guten Sinn für Humor. Aber es ändert nichts daran, dass sie das erste halbe Jahr in einem umzingelten Dorf verbracht haben, bei dem immer mehr Leute niedergemetztelt wurden. Das lässt dann irgendwann doch noch die Stimmung sinken…

        Frankenstein erschein mir eher wie eine billig Hellboy-Kopie, da gefiel mir die Idee von Stormwatch, wo sich alle gegenseitig ausboten wollen, schon besser und hatte wneigstens noch einen echten Sinn für schwarzen Humor.

      • Lobster 8. März 2013 um 14:09 #

        Also, dass Wonder Woman jetzt einen Vater hat, finde ich sehr gut. Denn das lässt sie eben auch ein natürliches Verhältnis zu Männern entwickeln.
        Mal abgesehen davon, dass das alte Konzept völlig hanebüchen war, kann doch die Antwort auf männlichen Sexismus nicht weiblicher Sexismus sein?
        Ich finde es auch sehr gut, dass die Amazonen ambivalent dargestellt werden. Nichts ist furchtbarer, als etwas, das nur von einer einzigen Seite beleuchtet wird. Es gibt nicht nur schwarz und weiß. Dass man hier versucht Charaktere dreidimensional zu entwickeln, die ihre Fehler und ihre guten Seite haben, finde ich sehr realistisch. Auch in einer „Frauenserie“ können doch beide Geschlechter mit Fehlern dargestellt werden, denn wenn nur eine Seite idealisiert wird, haben wir genau den gleichen Sexismus, gegen den man sich richtet.
        Und auch sonst sehe ich keinen Grund zur Annahme, dass Wonder Woman hier in irgendeiner Art und Weise nicht im Sinne einer Gleichberechtigung dargestellt wird.
        Was den Beziehungsstatus von einzelnen Charakteren betrifft, sowas ist mir persönlich völlig schnuppe, weil ich mehr Wert auf eine gute Story lege, als das der Autor meine Gedanken liest und die Beziehungen genau so schreibt, wie ich das haben will. Zumal die Beziehungen ja nicht in Stein gemeißelt sind. Was dir in den ersten 6 Heften nicht gefällt, kann sich danach ja sofort wieder ändern und dass Lois und Clark ein Paar werden, wird zwangsläufig passieren, also muss man wegen der Entscheidungen gar nicht eingeschnappt sein, sie sind ja nur temporär.

        Ja, bei Justice League sind die Charaktere naiv. Sie kennen sich nicht, sie nehmen sich als Bedrohung war. Da ist es nur logisch, dass sie sich nicht alle sofort um den Hals fallen und beste Freunde sind. Das ist ja auch das Konzept von Justice League gewesen. Die Anfänge zu zeigen, die ungefestigten Charaktere, die eben nicht immer heldenhaft handeln, weil sie keine Erfahrung haben und gar nicht wissen, wie sie mit diesen Superkräften umgehen.

        Zu den Werbetexten etc. kann ich nur sagen: don’t judge a book by it’s cover. Von Werbekram darauf zu schließen, dass bei DC alles düster und unlustig ist, hmmm gewagt.

        Wie gesagt, ich kann es vollkommen verstehen, wenn dir die Serien, die du gelesen hast, nicht gefallen haben (auch wenn ich es schon seltsam finde, dass dir alles von Marvel gefällt und plötzlich nichts mehr von DC), aber DC hat eben auch mehr als das und ist nicht nur das, als das du es darstellst
        Letztendes sollte jeder das lesen, womit er selbst glücklich wird und da ist für jeden einzelnen Leser in jedem einzelnen Verlag was dabei.

      • eincomicleben 8. März 2013 um 17:16 #

        Also, bei Wonder Woman kommen wir auf keinen grünen Zweig. Sie ist ja gerade als „reine Frau“ ohne männlichen Einfluss erschaffen worden. Ihr das zu nehmen ist so, als würde man sagen, Clark Kent wäre der leibliche Sohn von Jonathan und Martha und seine Kräfte eine Mutation von den ganzen Meteroiten, die in Smallvielle liegen.

        Die Amazonen waren schon vorher ambivalent. Sie waren Sexistinnen, die Männer gerne im schlechtesten Licht sahen. Trotzdem waren sie bereit, ihre Prinzessin in diese Welt zu schicken, um etwas zum besseren zu ändern. Aus ihnen vergewaltigende Kindsmöderinnen/Kinderhändlerinnen zu machen ist da schon ein Schlag unter die Grütellinie. Vor allem, weil die Amazonen eben auch ein Symbol von Feminismus sind.

        Was war noch? Ach ja, die Beziehung zu Männern. Diana hatte früher mal eine Beziehung zu Steve Trevor und damit durchaus (positiven) Kontakt zu Männern. Nicht zu vergessen ihre Freundschaft zu Superman, die wirklich eine der psoitiveren und bessere gestalteten Beziehungen im DCU war.
        Das Wonder Woman nun mit Superman zusammen ist… von mir aus. Das man Wonder Woman dabei aber zu Supermans Nebencharakter macht – das ist nicht okay. Es ist gibt nicht viele große, ikonische Sueprheldinnen. Wenn man die wenigen dann zu Freundinnen degradiert… frag ich mich schon, ob wir immer noch im Zeitalter von „Supermans Girlfriend Lois Lane“ sind…

      • Lobster 8. März 2013 um 19:33 #

        Ich weiß ganz ehrlich nicht aus welchem Comic du nimmst, dass Wonder Woman ein Nebencharakter von Superman wäre? Ja klar, in „Superman“ wäre sie ein Nebencharakter, das Comic heißt ja auch „Superman“. In Wonder Woman ist sie kein Nebencharakter, in Justice League ist sie ein Nebencharakter, wie jeder andere auch. Also woher nimmst du das bitte?
        Nirgendwo wird Wonder Woman zu Supermans Freundin degradiert. Genauso könnte man behaupten, dass Superman zu Wonder Womans Freund degradiert wird. Das macht überhaupt keinen Unterschied, wie man das jetzt dreht. Das Argument ist einfach luftleer.

        Und nein, es wäre nicht so, als würde man Clark Kent zu einem Menschen machen (weil er menschliche Eltern hätte). Das würde ja seine kompletten Superkräfte ad absurdum führen.

        Ich mein, Wonder Woman, die Frau, die aus einem Haufen Lem erschaffen wurde? Come on, das ist doch einfach nur lächerlich. Als Sohn des mächtigsten Gottes überhaupt? EPIC WIN!
        Was nützt es denn, wenn sie die Männer nicht braucht, weil sie nur aus Frauen gemacht wurde? Was vermittelt das denn? Ein völlig männerfeindliches Bild! Und was hat das dann bitteschön mit Gleichstellung und -berechtigung zu tun? Dann würde man genau das, was man kritisieren würde, mit dem antagonistischen Extrem bekämpfen. Das ist ein ganz falscher weg.

        Grant Morrison würde Biene Maja schreiben?
        Guter Witz, aber leider ist das Beispiel so weltfremd, dass ich es nicht ernst nehmen kann.
        Ein Charakter ist nichts als ein Vehikel, um eine Geschichte zu transportieren und ein Charakter ist immer nur so interessant, wie der, der ihn schreibt, daher sollte man natürlich darauf achten, wessen Schreibe man liest, denn sonst, fällt man, wie es sich hier ja lang und breit gezeigt hat, ganz schnell auf die Nase.

        Lese ich ein Heft, weil ich den Charakter toll finde, aber der Writer ist scheiße und ich kaufe es immer weiter, ja dann gibt es nichts zu beklagen. Schließlich bin ich selbst daran Schuld, wenn ich eine schlechte Serie nicht canceln und sie mit meinem Geld weiter unterstütze.
        Ich lese meine Autoren und probiere regelmäßige Neue aus. Damit fahre ich sehr gut, denn die Wut, die mich dazu veranlassen würde große Rants zu schreiben und ganze Verlage zu verlassen, bleiben mir damit glücklicherweise erspart. Marvel verlangt einen Dollar mehr als DC, das müssen sie mir dann mit doppelter Qualität zahlen, bevor ich auf eine Serie anspringe, denn ich lasse mich sicherlich nicht abzocken.
        DC kümmert sich mit sehr coolen Backups um die Fans, wenn sie ihre Titel im Preis erhöhen.
        Niemand sollte eine schlechte Serie, nur wegen der Charaktere, weiterlesen. Das bringt absolut gar nichts. Denn es gitt nur eins: vote with your money!

  2. Mike 7. März 2013 um 19:38 #

    „Make Mine Marvel!“ ist ein alter Werbeslogan des Verlags (aus den 60s o. 70s). …benutz ich in Grober Unfug -Blog-Beiträgen sowohl ernst gemeint (wenn Marvel ‚mal was „gutes“ plant / publiziert) manchmal aber auch ironisch (wenn Marvel wieder ‚mal -wie Du es ausdrückst- „Scheiße baut“ ) 🙂

    …ähnlich verwendbar wie Marvels „…nuff said!“ oder „…true believers!“

    • eincomicleben 7. März 2013 um 23:12 #

      wie, „nuff said“ kommt von Marvel? Echt?🙂

      • Coos-Man Begins (@NerdNerdNerd_de) 8. März 2013 um 14:01 #

        Es gab bei Marvel sogar mal einen Nuff Said Monat wo alle Comics ohne Texte auskamen😀

        Kann Lobster in einigen Punkten zustimmen. Jean in vielen anderen aber auch. Ich lese Comics aus beiden Lagern und pick mir seit ein paar Monaten nach und nach die Rosinen aus Marvel NOW! heraus. Vieles fällt allerdings wieder unter den Tisch, weil ich die Figuren schon vorher nicht leiden konnte.

        Nach Autoren und Zeichnern zu gehen, halte ich grundsätzlich für den verkehrten Ansatz. Wenn Grant Morrison jetzt plötzlich Biene Maja schreiben würde, dann wüsste man zwar, dass es interessant werden würde, der Charakter ist in seinen Möglichkeiten allerdings noch immer so eingeschränkt oder frei wie vorher. Sicher ist die Kombination „Guter Autor/Interessanter Charakter“ wichtig, denn was bringt die tollste Figur des jeweiligen Verlags, wenn man einen Autor hat, der ihre Stärken nicht ausspielen kann. Wenn ich aber Biene Maja nicht mag, weil ich eine Aversion gegen schwarz/gelbe Streifen habe, bringt mir auch ein verrückt-genialer Autor wie Morrison nichts.

        Am Ende ist alles eine Frage des Geschmacks. Würde Orion nicht bei Wonder Woman rumturnen, würde die Serie auch nicht lesen, weil mir außer Chiang an der Serie gar nichts gefällt. Bin allerdings Hardcore Fourth World, New Gods und Jack Kirby Fan. Da will ich wissen, was die aktuellen Autoren mit meinen Lieblingsfiguren machen. Derzeit tatsächlich Quatsch.

        Ein stückweit ist Jean auch daran „schuld“, dass ich meinen Standpunkt gegenüber DC etwas relativiert habe. Dieses Hype-Gefühl, das ich letztes Frühjahr nach dem Ende des deutschen Flashpoint-Runs hatte, nach welchem ich auch direkt in die US-New52 eingestiegen bin, habe ich schon lange nicht mehr. Das Gefühl, bei „History in the making“ dabei zu sein, ist sei längerer Zeit verflogen, weil DC einfach nicht zu potte kommt und ein großes Versprechen das nächste jagt, dabei aber nie wirklich was rumkommt. Zugegeben, Geduld ist keine meiner Stärken. Die tollen Geschichten, die DC uns allen aber seit Monaten verspricht, liefert Marvel im Moment allerdings mit Bravour. Der neue Deadpool ist großartig, All-New X-Men ist gigantisch. Mein DC-Lesestapel schrumpft hingegen von Veröffentlichungswelle zu Welle.

      • eincomicleben 8. März 2013 um 17:04 #

        Ein „Nuff Said Monat“? Wie geil ist dass denn?😀
        Ansonsten hast du Recht: es ist eine Sache des Geschmacks und man sollte lesen, was einem gefällt. Wir sind den Verlagen nichts schuldig, wenn uns ein oder ganz viele Titel nicht gefallen, müssen wir nicht experimentieren, sondern sollten schauen, dass wir unser Hobby sinnvoll mit anderen Comics ausfüllen🙂

  3. velverin1981 8. März 2013 um 20:40 #

    An die Nuff Said Ausgaben kann mich auch noch gut erinnern, vor allem weil hier wirklich mal die Zeichner mal richtig zeigen mussten was sie können, denn die gehören genauso zu einem guten Comic, wie der Autor.

  4. SuperBat 8. März 2013 um 21:37 #

    Puuuuh, das ist ja alles super interessant… Ich dachte schon ich wäre ein Hardcore DC Fan, aber Lobster…🙂 Ihr habt alle viel recht, das schon mal vorab.

    Ich bin aus einer Zeit, da hat der Ehapa-Verlag aus Stuttgart ziemlich viel DC veröffentlicht. Der Condor-Verlag hatte gerade Williams mit Marvel Heftchen abgelöst – die Auswahl war mies und immer nur diese Taschenbücher, schreklich!😦
    Die Vielfalt der Comics in der Zeitschriftenecke im Supermarkt oder im Lotto Geschäft nebenan war mit DC (Ehapa) Comics bestens ausgestattet (sehr zum unwohl meiner Eltern), d. h. ich bin mit den DC Superhelden aufgewachsen (und Superman fand ich toll). Das soll sich aber nicht nach einer Entschuldigung anhören warum ich (mehr) DC Fan bin. So waren nun mal die Zeiten!

    Das wird wohl auch der Grund sein warum ich finde, das der „Flash“ nur Barry Allen sein darf und die echte „Batgirl“ Barbara Gordon ist.
    Jüngere Fans mögen lieber Cassandra oder Stephanie als Batgirl (fand ich auch von DC übertrieben, das Steph in Smallville Season 11 nicht Nightwing sein durfte) und ich kann verstehen, das viele möchten, dass das „Flash“ Kostüm nur Wally West tragen sollte.
    Ich habe alle Hefte mit Wally „Flash“ West und die meisten sind super! Wer erinnert sich noch an die Mark Waid Geschichten? („My name is Wally West. I’m the fastest man alive…“ jedes Heft fing so an). Oder sogar Mr. Geoff Johns himself? Jaaa, Geoff kann seinen Erfolg Wally West verdanken!

    Die aktuelle Charakteren-Polik von DC mag ich zu 80%, aber das wird wohl daran liegen, das die Herrschaften, die was zu sagen haben so in meinem Alter sind (oder etwas älter) und ebenfalls mit Barry, Barbara usw. aufgewachsen sind. Das ist meine Theorie.

    Auch ich achte heute mehr auf die Namen der „Schreiberlinge“ und „Künstler“… und ich probiere viel aus (Tipp: Grace Randolph’s Supurbia von BOOM! Comics).
    Ich erwische mich aber auch, dass ich nach Charaktere kaufe, weil… ich hab doch bis Dato alle Firestorm Comics, also muß ich die aktuelle Serie kaufen, auch wenn die Geschichten doof sind. Und Hawkman?! Der war auch immer gut. Habe super viele Heftchen, jede Menge komplette Serien…, aber Rob hat alles kaputt gemacht!😦

    Und da kommt Marvel ins Spiel. Während DC viele gute Charaktere mit miesen Jungs aus den IMAGE-Zeiten der 90er Jahre kaputt geschrieben hat, achtet Marvel meistens auf Top Qualität. Sogar Hawkeye ist lesenswert, dank Matt Fraction.
    Waid´s Daredevil macht z Z Spaß. Auf Bendis ist immer verlass und Jason Aaron ist ein Genie! Schade das Ed Brubaker geht…

    Fazit: Von DC lese ich z Z 42 Titel (5 davon befinden sich außerhalb des „New 52“ Universums), bei Marvel sind es 3 (irgendwo muss ich sparen, würde aber gerne dort mehr Serien lesen), bei Image sind es 5 Comics (das variiert monatlich sehr stark) und 1x BOOM! Comics – ihr weißt ja, mein Tipp…😉
    Dynamite´s „The Boys“ ist ja leider zu ende gegangen und das Abo für den Nachfolger „Red Team“ habe ich nach Ausgabe #1 gekündigt…

    Ich werde mich weiterhin freuen hier was über Comics zu erfahren (auch wenn es jetzt Marvel Comics sind). Ich werde ab und zu mal meinen Senf zu DC abgeben…😉
    Bitte so weiter machen, OK??!!!

    Vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit!

  5. SuperBat 8. März 2013 um 21:38 #

    Ach ja, der „Nuff Said“ Monat bei Marvel vor ein paar Jahren war super!🙂🙂

    • eincomicleben 9. März 2013 um 00:38 #

      Uff, ich komm gar nicht hinterher eure ganzen Kommentare in ihrer Ausführlichkeit zu lesen. Ich belasse es mal bei: Danke für die rege Diskussion🙂
      Und irgendwo muss ich diese „Nuff said“ Ausgaben mal herbekommen.

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