Bye, bye bookstore – marvel will Comics nicht mehr im Buchhandel verkaufen

8 Jan

Bildschirmfoto 2014-01-08 um 08.49.13

Bei meinem letzten Trip in den Comicladen wurde ich gefragt, was ich von der Meldung halte, dass Marvel ab diesem Jahr die großen Buchketten in den US nicht mehr mit Comic-Helften beliefern will. (Die Meldung dazu findet ihr hier). Zunächst gilt ja, dass es mich als Leser hier in Deutschland wenig beeinträchtigt, ob Marvel oder DC (oder die anderen Verlage) in den USA ihre Hefte an jeder Supermarktkasse, im gesamten Buchhandel, nur über Comicshops oder nur persönlich an den Kunden bringen. Ich hab noch keine Meldung gehört, dass hier Buchhandlungen oder Kiosks ihre Hefte einbüßen mussten.

Schade ist es natürlich, weil es so wieder etwas exklusiver wird, Comics zu lesen. Ich habe schon öfter gehört und gelesen, dass es viele Comic-Fans in den USA früher leichter fanden, mit dem Medium in Kontakt zu kommen, als man Comics wirklich noch an jeder Supermarktkasse und an jedem Kiosk bekam. Comiclesen wird so immer mehr zu einer Art Cluberlebnis, dem man sich bewusst anschließen will (in dem man in einem Comicladen geht oder bei ihm ordert). Einzig der digitale Markt scheut das noch zu ändern. Tablets und Smartphones sind immer weiter verbreitet und so wird es auch leichter, einfach mal reinzuschnuppern, wenn man sich plötzlich für Batman oder Iron Man interessiert. In diesem Fall werden Filme und TV-Serien immer wichtiger, um ein Tor in die Comicwelt zu öffnen und das Interesse daran zu wecken.

Und warum verlässt Marvel nun den Buchhandel?

Hier ein Statement vomSenior VP of Sales David Gabriel: „The overwhelming majority of print readers get their monthly comics from direct market locations (i.e. brick and mortar comic shops). There’s no denying that the direct market is a much stronger business model for monthly single issues than newsstand distribution. This has been the case for some time. New single issues haven’t been available in the overall newsstand market for nearly two years now and in book stores for at least three months without notice. We’re currently working with Barnes & Noble and Books-A-Million on a stronger, more mutually beneficial distribution model. And to be clear, this in no way affects sales of graphic novels in either chain which have continued, as many have pointed out, on an uphill trend in the past year!“

Um es kurz zu fassen: Marvel verdient nichts oder einfach nicht genug mit diesem Vertriebsweg. Ob es nun daran liegt, dass auch Marvel schauen muss, wo man Geld sparen kann und sie dann lieber diese Ausgaben gestrichen haben als eine Werbekampagne, einen Comic, einen Mitarbeiter oder sonst was oder sie der Meinung sind, sie würden mehr Geld verdienen, wenn man nur Sammelbände und Graphic Novels im Handel kauft. Tatsächlich könnte ich mir vorstellen, dass es sich mehr lohnt, Kunden mich einem ganzen Handlungsbogen via „Trade/Sammelband“ anzufeixen und dann z.B. auf die digitalen Comics zu lenken, als sie mal ein einzelnen Comic lesen zu lassen. Es kann auch sein, dass Marvel langfristig nur noch digitale Einzelhefte und Sammelbände produzieren will (hätte sicher den Vorteil, dass mehr Kunden bereit wären, von ihren Lieblingsserien zusätzlich noch einen Sammelband oder eine Graphic Novel fürs Regel zu kaufen.

Ich glaube nicht, dass sie es tun, um den Buchhandel zu schaden (wobei auch angemerkt werden muss, dass wir hier von großen Ketten und nicht kleinen, unabhängigen Buchläden reden) oder Comicshops zu fördern. Ehrlich glaube ich, dass Marvel der Buchhandel völlig gleichgültig ist. Kann natürlich sein, dass ich mich irre. Aber um Moment sieht es danach aus, als würden zumindest die großen Verlage überlegen, wie sich der Comicvertrieb in Zukunft entwickeln wird und welche Wege sie dabei gehen wollen. Letztendlich wird es dabei am Ende nur um eines gehen: das liebe Geld.

via

4 Antworten to “Bye, bye bookstore – marvel will Comics nicht mehr im Buchhandel verkaufen”

  1. constantineb4b 8. Januar 2014 um 09:59 #

    Deine Vision dass Marvel irgendwann Einzelhefte nur noch digital anbietet wäre für mich ein Supergau. Auch wenn das eventuell den dt. Markt dann nicht parallel treffen würde. Nur digitale Einzelhefte würden meiner Seele extrem weh tun. Ich bin was das angeht eben ein Sammler von Einzelheften, weil dieses Format in meinen Augen das einzig Richtige für ein Comic ist.

    Da mag man mich für verrückt erklären oder mich unflexibel nennen, aber ein Heft ist haptisch etwas anderes als ein Sonderband oder HC. Nicht dass ich diese nicht kaufe😉 (Geld sparen, einzig vorhandenes Format für eine dt. Veröffentlichung).

    Wie gesagt: Eine albtraumhafte Vorstellung für mein Sammlerherz

    • eincomicleben 8. Januar 2014 um 15:58 #

      Mir würde auch was fehlen und ich habe – zu deiner Beruhigung – auch mal die Meinung gehört, dass Comicshops als Trendsetter und Stimmungsbarometer immer von den Verlagen gebraucht werden. Ich persönlich lese eigentlich lieber Sammelbände, wobei viele sich auch nicht gut in der Hand hakten lassen. Aber ohne wöchentlichen Trip in den Comicshop würde mir auch was fehlen. Also hoffen wir, dass alles noch möglich lange so bleibt, wie wir es lieben🙂

  2. Konrad (@DerGreenNinja) 8. Januar 2014 um 22:22 #

    Marvel und DC machen sich eben immer alles nach. Marvels Weg neue Leser zu vermeiden ist natürlich deutlich direkter als die New 52, funktioniert aber auch.

    • eincomicleben 9. Januar 2014 um 01:22 #

      So kann man es auch sehen, Wobei es ja ein sehr langer Trend ist (siehe Supermärkte und Kioske)

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: