Warten auf Onkel Stan – EinComicLeben auf der London Super Comic Con

2 Mär

Comic Conventions sind in Amerike zahlreich und in fast jeder Größe zu finden. In Europa hatte man da bisher nicht so viel Glück. Diese typische Mischung aus großen (Superhelden)Comicverlagen, Indedepent Comics, SciFi und Fernsehserien fand man vor allem in den großen Städten der USA (San Diego, New York, Chicago, Bosten…). Nun schickt sich London an, auch in den Terminkalender aufgenommen zu werden.

Am 25. und 26. Februar fand in der englischen hauptstadt die erste London Super Comic Con statt. Und was für ein Start: als Stargast konnte Stan Lee geworben werden (der die Chance nutzte, die Heimat seiner britischen Frau zu besuchen). Was folgt, kann man in einem Satz zusammenfassen: Warten auf Onkel Stan.

Der allererste Eindruck, den es von der Con gab, konnte man aber schon weitaus früher sammeln. Die Wegbeschreibung, die man u.a. auf der Seite der Con fand war erfreulich genau und half, sich durch den umfangreichen Londoner Nahverkehr zu manövieren. An der entscheidenen Umsteigestation standen zudem zahlreiche Helfer, die einem den Weg wiesen und dafür sorgten, dass sich die Besucher nicht alle am Anfang des bahnsteiges stauten.

Der nächste Eindruck der Con war ein bleibender: Schlangen. Das ExCel Center ist im grunde ein langer Schlauch, durch den gefühlt einmal eine Schlange von Comicfans durch ging, die sich auch noch draußen stauten.

Ein Punkt, an dem ich doch ganz dankbar war, dass ich mich für die teuerste Ticketvariante entschieden hatte (als ich buchte gab es nur noch Stan Lee im teuren Komplettprogramm oder eben gar nicht). “Tier 3″-Kartenbesitzer wurden nämlich gleich zum Beginn der Kassenschlage geführt. (Auf Nachfrage, aber etwas Initiative muss man auf solchen Cons schon bringen.)

Tatsächlich war die Ticketausgabe ein Engpass. Hier hätte verschiedene Eingänge geholfen – oder die Con hätte die Tickets verschicken sollen, um so diesen Stau zu vermeiden. Was folgte war der Versuch, sich für eine Stan Lee Signatur anzustellen. Der gute Mann sollte noch eine Stunde signieren, aber die Schlange war schon “dicht” – anstehen nicht mehr möglich.

Also ab in die nächste Schlage, um ein Foto zu bekommen. Eigentlich hätten wir alle (denn ich war nicht die einzige, die sich schon anstellte) über 1,5 Stunden warten müssen – aber Stan Lee signierte ein paar Minuten länger und ging dann ohne Pause gleich zu den Fotos über. Nette Geste, auch wenn die Pausen später nachgeholt werden mussten (der Mann ist immerhin fast 90!) und sich so später das Programm etwas verzögerte.

Auch wenn die Fotos eine Massenabfertigung waren (bei der Masse an Fans nicht anders möglich), war der Star des ganzen gut drauf und freundlich zu den Fans, was allenthalben zu strahlenden Gesichtern verhalf (so ein bischen wie Weihnachten).

Danach gab es zumindest etwas Zeit, sich die Con anzusehen, bevor es wieder hieß “bitte anstellen!”

Die London Super Comic Con hatte nur einen Raum/Halle. Vorne gab es die Signiertische (alle in einer Reihe und damit ziemlich übersichtlich – jedenfalls übersichtlicher als die Stände in New York oder Chicage, bei denen die Schlangen einmal rumgehen und man oft raten muss, in welcher Schlange man überhaupt steht)

Daneben war der “Stan Lee” Bereich, wo Platz war für die großen Schlagen. in der hinteren Ecke war ein provisorischer Raum eingebaut, in dem die Panels stattfanden.

Hinter den Signaturschlagen gab es die ersten Tische von Verlagen und Comicshops (die die meisten nur von weitem sahen, wenn sie anstanden) Es folgten weitere Tische mit geschäftlichen anbietern und in der Mitte die Künstlertische. Alles wie auf einer  amerikanischen Con, nur eben viel kleiner.  Dreien Reihen für Autoren und Zeichner reichten hier noch aus. Dafür waren auch ein paar schon wirklich bekannte Namen dabei, u.a. George Perez, Jamal Igle und Paul Cornell.

Was folgte, war die nächste Schlage, dieses Mal für eine Signatur von Stan Lee. Um die zu bekommen musste man eine der drei VIP-Ticket Varianten erworben haben (im Gegensatz zu den Fotos).  Dieses Mal gab es auch eine kleine Verzögerung (Himmel, die meisten von uns hätte schon längst eine Pause eingefordert). Immerhin hatte man so mal wieder Zeit, mit den Leuten um sich herum ins Gespräch zu kommen. Die meisten Leute auf solchen Cons sind ziemlich freundlich und auch gute Gesprächspartner in Schlangen. Häufig wurden die Signiermaterialen verglichen. Es war so ziemlich alles dabei, von wertvollen Comics, bis zu der neuen, preiswerten Edition zur “Dark Phönix Saga” die ein britsicher Verlag herausgebracht hat.

Wieder war das alles am Ende etwas Massenabfertigung (sehr viele Fans, da muss es schnell gehen), aber wenn man Stan irgendwas außergewöhnlichs zum signieren gab (Sketchbook) reichte schon, bekam man sogar noch einen Kommentar.

Während die einen noch anstanden, um sich was signieren zu lassen, warteten die anderen in der Zwischenzeit schon auf Einlass zum Stan Lee Panel des Tages. Hier zeigte sich, dass die Con im Moment zwar noch ziemlich viele Frieflächen hatte, diese aber auch gut nutzen konnte, um trotz langer Schlangen ausreichend Fluchtwege zu bieten.

Bei dem Panel erzählte Stan Lee etwas über seine Arbeit in den letzten 70 Jahren. Es war ein kurzweiliger, unterhaltsamer Ritt durch die Comcisgeschichte und zeigte vor allem eins: Stan Lee ist ein unglaublicher Alleinunterhalter. Er hat schon ein ziemliches Ego, ist selbst sein größter Fan, vermittelt das alles aber so charmant und einnehmend, dass man nicht anders kann, als ihn zu mögen. Auch seine Art, vorzutragen ist schon unterhaltend. (Obwohl ich sagen muss, dass ich am Ende dankbar war, dass ich dank meinss Tickets nicht stunden anstehen musste, sondern direkt reinkam und noch einen Platz hatte).

Später gab es bei der Con noch einen Cosplay-Wettbewerb, der der Geräuschkulisse nach zu urteilen sehr lustig gewesen sein muss. Überhaupt – es gab schon viele Fans, die kostümiert erschienen und so westenlich zum Flaur beitrugen.

Für die “Vip Tier 3″ Kunden ging es dann noch zu einem Hotel, wo es ein Meet and Greet mit Stan Lee geben musste. Leider hieß es hier auch wieder erst mal warten. Über 1,5  Stunden. An diesem Punkt hat die Organisation dann doch etwas versagt. Die freiwilligen Helfer, die den ganzen Tag über meistens wirklich großartige Arbeit geleistet haben unn sich wirklich viel mühe gaben, die ganzen Schlangen zu organisieren, kamen spät und leider noch später auf die Idee, die Wartenden zumindest in den Raum zu lassen und das Prozedere zu erklären. Aber was soll ich sagen: Stan Lee kam spät, aber sobald er im Raum war, war der ganze Unmut bei allen Anwesenden verfolgen. Der Mann ist eben ein großer Menschenfänger, der mit einem einfachen “hallo” Leute für sich gewinnen kann. Am Ende gab es also noch eine kleine Fragerunde für je 15 Personen. (Ich wollte wissen, ob er sich seine kurzen Gastspiele in den Marvelfilmen aussuchen kann – kann er nicht, er wird auf’s Set eingeladen und lässt sich dann überraschen, was sie sich dieses Mal für ihn ausgedacht haben.)

Am Ende bleibt zu sagen, dass die London Super Comic Con erstaunlich reibungslos verlief, wenn amn bedenkt, dass es die erste Veranstaltung war. Sicher, man kann vieles noch verbessern (Ticketausgabe! Wartezeiten! Bessere Schilder und Orientierungshilfen!), aber selbst bei den großen etablierten Cons läuft nicht alles rund.

Schön wäre es, wenn die Con noch etwas wachsen würde. Man könnte man Fans einladen (z.B. auch mehr unbekannte Zeichner), Fernsehsender bitte, sich zu beteiligen (BBC und Doctor Who wären doch eigentlich ein muss) und hoffen, dass etwas mehr Verlage kommen. Der Anfang war auf jeden Fall vielversprechend. Bleibt zu hoffen, dass es noch viele Cons in London gibt und sie jedes Mal ein bisschen besser werden.

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Eine Antwort to “Warten auf Onkel Stan – EinComicLeben auf der London Super Comic Con”

Trackbacks/Pingbacks

  1. Audienz in London – der 4. Yay, Comcis! Podcast ist da « Ein Comic Leben - 6. März 2012

    [...] besser deren Einstellung) und den neuen Titel von Image geht es, wie der Titel verrät, auch um die London Super Comic Con und Stan Lee, der dort als Stargast auftrat. (Ja, ich erzähle davon mit hilfreicher Unterstützung von Mike – und es ist schon surreal, [...]

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